033: Befreie dich von alten Glaubenssätzen! – Mit Gunda Frey

Shownotes

Kennst du das Gefühl, dass bestimmte Situationen dich unerwartet stark treffen, fast schon aus der Bahn werfen? Oder dass du vermeidest, dich in Konflikten klar zu positionieren, obwohl du dir eigentlich mehr Selbstsicherheit wünschst? Gunda Frey und ich sprechen über genau diese Fragen und darüber, wie alte Glaubenssätze uns oft unbewusst leiten und blockieren – manchmal so subtil, dass wir es gar nicht merken.

In dieser Folge von „HAUT COUTURE – ICH BIN ICH und das ist gut so“ erwartet dich der erste Teil des tiefgehenden und persönlichen Gespräches mit der inspirierenden Kinder- und Jugendpsychologin Gunda Frey. Ich beschäftige mich schon lange mit den Themen Selbstwert und innere Stärke verankert, aber dieses Gespräch hat auch mir einige neue Perspektiven eröffnet und ich habe manches besser verstanden.

Gunda hat sich einem klaren Ziel verschrieben:

„Ich bin Kinder- und Jugendlichen-Psychologin geworden, weil ich den unbändigen Wunsch hatte, Kindern und Jugendlichen ein gutes Leben zu ermöglichen und ihnen zu helfen.“

Doch sie erkannte schnell, dass die tieferen Ursachen für emotionale Blockaden und Verhaltensmuster oft viel früher entstehen – und oft bei den Eltern selbst beginnen. Und weil sie Kinder nicht mehr nur „reparieren“ wollte, sondern direkt am Anfang anfangen wollte, begann Gunda, sich nicht nur auf die Kinder zu konzentrieren, sondern die Eltern und Fachleute zu empowern:

„Ich bilde Erwachsene weiter, weil ich gesagt habe, ich möchte keine Kinder mehr reparieren, ich möchte dafür sorgen, dass sie nicht mehr kaputt gehen.“

Wie Glaubenssätze und Muster entstehen
Unsere prägenden Erlebnisse in den ersten drei bis sechs Lebensjahren beeinflussen uns tiefgreifend. Gunda beschreibt diese Phase als die Zeit, in der „unser Betriebssystem konfiguriert“ wird. In diesen Jahren, bevor wir überhaupt sprechen können, nehmen wir die „Schwingungen“ unserer Bezugspersonen wahr:

„Sind die Eltern gestresst, besorgt oder fröhlich? Diese Schwingungen übertragen sich auf das Kind und werden als Grundlage unserer Handlungskompetenz implementiert.“

Das Hand-Brain-Modell, das Gunda erklärt, zeigt anschaulich, wie unser Gehirn auf früh erlebte Emotionen reagiert. Wenn wir in der Kindheit etwas Traumatisches erlebt haben, bleibt unser inneres Alarmsystem aktiv und bereit, jederzeit „Alarm zu schlagen“.

„Wenn wir etwas Traumatisches oder Gefährliches erlebt haben, beruhigt sich die Amygdala nicht zu 100%, sondern stellt sich darauf ein, das nächste Mal schneller zu reagieren“,

sagt Gunda. Diese gespeicherte Überlebensstrategie kann uns als Erwachsene blockieren – oft in Situationen, die objektiv gar nicht bedrohlich sind. Ich musste dabei unweigerlich an meine eigene Geschichte denken, an die Unsicherheiten und Ängste, die mich wegen meiner Pigmentierung CMN lange begleitet haben, aber auch, dass es völlig unabhängig davon ist, ob wir mit oder ohne eine „Sonderausstattung“ zur Welt gekommen sind. Denn das Gefühl, was für uns alle gleichermaßen zugrunde liegt, ist der überlebenswichtige Wunsch, von unseren Eltern oder Bezugspersonen geliebt und umsorgt zu werden. Und alles, was das in „Gefahr“ bringt, speichern wir ab.

Und wie oft wollen wir als Erwachsene Konflikte vermeiden, uns anpassen oder sogar verbiegen, um nicht unangenehm aufzufallen oder um die Erwartungen anderer zu erfüllen. Das sind häufig Glaubenssätze, die aus Kindheitserfahrungen stammen und die Gunda auf den Punkt bringt:

„Was dich trifft, betrifft dich.“

Die Rolle der Eltern und ihre eigenen Ängste
In unserem Gespräch macht Gunda deutlich, dass Eltern oft unbewusst ihre eigenen Ängste und Erfahrungen auf ihre Kinder übertragen. Sie erklärt:

„Wir nennen es zwar Liebe, weil wir unserem Kind irgendwas nicht zumuten wollen, aber dahinter steht unsere ureigene Angst.“

Diese Ängste können verhindern, dass wir unsere Kinder frei entfalten lassen und ihnen die Möglichkeit geben, zu starken, selbstbewussten Menschen heranzuwachsen. Wie oft sagen wir „Ich möchte nur das Beste für dich“, während wir eigentlich versuchen, unsere eigenen Unsicherheiten und Schmerzen zu vermeiden? Sei es, mit einem Rollkragen seine Leberflecken zu verstecken, sich klein zu machen, um nicht aufzufallen, oder, seine eigenen Bedürfnisse zurück zu stellen, nur um dazuzugehören. Gunda inspiriert uns dazu, die eigenen „Trigger“ ernst zu nehmen und als Wegweiser für die eigene Entwicklung zu nutzen. Denn, so sagt sie:

„Wenn direkt der Film anspringt, dass das Kind gemobbt wird, dann hast du selber Mobbingerfahrungen gemacht, vor denen du dein Kind jetzt beschützen möchtest.“ Die Konfrontation mit den eigenen Ängsten ist also nicht nur ein Schlüssel zur eigenen Freiheit, sondern auch zur Freiheit unserer Kinder.

Ein Geschenk des Universums
Zum Abschluss sprach Gunda über die Geschenke, die das Leben uns manchmal in unerwarteten Formen überreicht – wie bei mir durch meine Pigmentierung CMN. Sie sagte:

„Unsere Kinder, egal wie sie geboren werden und wie sie aussehen, sind das Geschenk des Universums an uns – zum Heilen und zum Wachsen.“

Diese Perspektive hat mir einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, die Herausforderungen des Lebens als Chancen zu begreifen, die uns stärker und bewusster machen. Egal, wie du aussiehst, egal, welche Prägungen du in dir trägst – es gibt immer die Möglichkeit, dich davon zu befreien und dein eigenes, authentisches Leben zu leben.

Höre jetzt rein und entdecke, wie du den Schlüssel zur inneren Freiheit finden kannst!

_Was hast du aus dieser Folge für dich mitgenommen? Welcher Gedanke war für dich besonders wertvoll? _

Das war der erste Teil des Interviews mit der wunderbaren Gunda Frey. Die Antwort darauf, wie Traumata heilbar sind, Was Kinder brauchen, um einen positiven Selbstwert zu entwickeln, egal, wie sie auf die Welt gekommen sind, welchen Einfluss die Ängste der Eltern und auch die gesamtgesellschaftlichen Rahmenbedingungen haben und einen super-Trick, mit dem du ganz schnell aus einer spontanen Angst-Reaktion raus und wieder ins emphatische und empowernde Denken rein kommst, erfährst du im zweiten Teil von meinem Gespräch mit Gunda Frey, welches am 09.01.2025 erscheint.

Wenn du nicht länger warten möchtest, und die Folge sofort hören möchtest, melde dich gern zu meinen NANÉE News an unter NANÉE Music Newsletter und

Erhalte schon jetzt den exklusiven Link zum zweiten Teil vom Interview,

der offiziell erst am 09.01.2025 erscheint.

Ich wünsche dir eine zauberhafte Vorweihnachtszeit voller Genuss und der Erkenntnis, dass der erste Schritt in dein neues empowerndes Ich damit beginnt, dass du erkennst, welche alten Überzeugungen noch in dir stecken und dich zurückhalten.

Denn denk immer daran: Du bist genauso richtig, wie du bist!

Alles Liebe, Deine NANÉE


Alle Infos zu Gunda Frey findest du unter:


Mit freundlicher Unterstützung vom Nävus Netzwerk Deutschland e.V. Logo Nävus Netzwerk Deutschland GmbH

Transkript anzeigen

NANÉE: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von HAUT COUTURE - ich bin ich und das ist gut so. Ich bin NANÉE und ich freue mich riesig, die wunderbare Gunda Frey bei mir zu Gast zu haben. Gunda ist nicht nur Kinder- und Jugendpsychotherapeutin, sondern auch die Begründung der Freymut Academy. Sie bildet Fachkräfte und Eltern aus, neue Wege im Umgang mit traumatisierten Kindern zu gehen und auch für sich selbst herauszufinden, wie man alte Paradigmen durchbrechen kann. In dieser Folge wollen wir gemeinsam über ein Thema sprechen, das mir persönlich sehr im Herzen liegt, nämlich der selbstbewusste Umgang mit sichtbaren Besonderheiten. Sei es zum Beispiel meine Pigmentierung CMN, Behinderung oder was auch immer dazu führt, dass wir uns eben nicht wohlfühlen, so wie wir sind. Und was passiert, wenn wir als Kind oder Elternteil mit einer solchen Herausforderung konfrontiert werden? Wie beeinflussen Operationen, Glaubenssätze und gesellschaftliche Erwartungen das Selbstbild eines Kindes und was können Eltern tun, ihre Kinder zu stärken? Ich freue mich sehr auf das Gespräch und sage herzlich willkommen, liebe Gunda, so schön, dass du da bist.

Gunda: Ja, ich freu mich auch wirklich. Schön, dass wir uns begegnet sind und dass das jetzt möglich ist. Das freut mich sehr.

NANÉE: Ja, das freut mich auch total. Gunda, wir haben uns vor ein paar Wochen beim Impuls for Women Award kennengelernt, wo du eine sehr, sehr inspirierende Rede über Glaubenssätze und Handlungsmuster gehalten hast. Bevor wir gleich tiefer darin einsteigen in das Thema: Was hat dich eigentlich damals dazu gebracht, Kinder und Jugend Psychotherapeutin zu werden?

Gunda: Yes. Das ist eine hübsche Frage. Also ich arbeite mit Kindern oder habe, jetzt mache ich es tatsächlich nicht mehr, mit Kindern und Jugendlichen, seitdem ich selber 17 bin. Und damals war das so, ich glaube, weil ich meine eigene Kindheit nicht so richtig lustig erlebt habe, war da viel Empathie und Verständnis und immer im ehrenamtlichen Kontext. Und dann kam irgendwann der Punkt, da war ich so, also so...

NANÉE: Mhm.

Gunda: Gut zehn Jahre später, Ende 20, dass ich gemerkt habe, Empathie und Verständnis reicht nicht mehr aus. Die Komplexität von Kindern und Jugendlichen, von deren Leben wird irgendwie größer. Dann habe ich gedacht, dann, früher war ich Augenoptikerin, by the way, habe ich Sozialpädagogik studiert und dachte, okay, jetzt muss ich lernen, wie das richtig geht, nicht nur Empathie und Verstehen. Habe Sozialpädagogik studiert, habe in einer Wohngruppe gearbeitet und habe dann festgestellt,

NANÉE: sehr cool.

Gunda: Ich weiß eigentlich immer noch nichts. Dann habe ich gedacht, okay, da geht noch was. Also es war eher so eine persönliche Lebenskrise, wo ich alleinerziehend wurde und dann überlegt habe, was mache ich denn jetzt? Ich hätte wieder als Augenoptikerin arbeiten können, als Sozialpädagogin gehen, alleinerziehend mit zwei kleinen Kindern, kriegt man halt keinen Job. Und dann sagte eine Freundin, werd doch Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin. Und das entspannt, so, entsprach meinem Herzen, Kindern und Jugendlichen wirklich gut zu helfen. Und dann habe ich gedacht, ja. dann machst du das halt. Und da habe ich tatsächlich viel mehr verstanden, was in deren Lebenswelt jetzt los ist. Aber der richtige Game-Changer war erst, als das Seminar über Trauma kam.

NANÉE: Mhm.

Gunda: Da waren die Ohren ganz gespitzt und ich dachte, okay, jetzt kommt der gute Stuff, das, was mich wirklich weiterbringt. Und so Tage sind, das ist immer ein Wochenende aufgeteilt, so ein Tag Symptome, Hintergrundinformationen und so weiter. Und ich habe so, ja, ja, ja. Und der zweite Tag ist dann immer Methoden, was mache ich denn damit? Und dann war der zweite Tag eigentlich geprägt von: "Da lasst ihr besser die Finger von, das ist gefährlich, da braucht ihr eine extra Ausbildung." Naja, und dann war ich noch nicht mal als aprobierte Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeutin und saß schon in der Fortbildung Traumatherapie. Ich dachte, das ist das, was ich brauche. Und so war es auch. Also.

NANÉE: Hm.

Gunda: Der unbändige Wunsch, Kindern und Jugendlichen ein gutes Leben zu ermöglichen und ihnen zu Tatsächlich.

NANÉE: Hm, na, das hört sich total schön an. Die meisten kennen von uns ja sicherlich irgendwie das ganze Thema Glaubenssätze und wie die unser Leben beeinflussen. Ich fand das aber besonders spannend und super anschaulich von dir, wie du in deiner Rede beim "Impuls for Women Event" erklärt hast, wie die entstehen und was überhaupt im Gehirn passiert. Also, das war diese ...

Gunda: Das Hand-Brain Model.

NANÉE: das Hand-Brain-Modell Magst du das vielleicht unseren Zuhörer*innen und Zuschauern erklären? Noch einmal.

Gunda: Ja, voll gerne. Also erstmal ist vorab vielleicht noch wichtig, dass 90 Prozent unserer Glaubenssätze tatsächlich in der Kindheit entstehen. Deswegen ist es wichtig, dahin zu gucken. Du hast es ja so gesagt, was sind Kinder mit Besonderheiten, wie geht man wie wird es geframed, wie geht die Gesellschaft. Das ist halt vielschichtig.

NANÉE: Mh.

Gunda: Und es gibt die Glaubenssätze, die entstehen aus Schmerz. Dazu gehört das Hand-Brain-Modell. Das erkläre ich jetzt gleich. Und dann gibt es Glaubenssätze, die auch entstehen aus Prägung. So wie wir miteinander umgehen. gerade die ersten drei, die anderen sagen sechs Lebensjahre sind entscheidend. Da wird sozusagen ein Betriebssystem konfiguriert und das ist an der Schwingung unserer Hauptbezugspersonen. Wenn wir jetzt mal, ich gehe mal direkt auf das spezielle Thema ein, Kinder mit Besonderheiten.

NANÉE: genau.

Gunda: Wenn Eltern anfangen zu: "Ach und nee und die Klamotten bis hier ziehen..." Dann ergibt sich dieser Glaubenssatz auch aus Prägung, weil meine Eltern das mir vorleben. Ich habe zum Beispiel einen Pflegesohn, der ist, ich sage mal, karamellfarben. Zu so einer blonden Mutter passt der auch nicht so wirklich. Der hat aber ganz wenig Probleme, wir sind da einfach ganz offen mit umgegangen. Das war einfach von vornherein klar, das ist so. Und das macht viel aus. Und das andere wie Glaubenssätze entstehen, sind aus Schmerz und das liegt nah beieinander, weil diese Prägung ist ja auch, also wenn man sich jetzt einen kleinen Schwuppi Du vorstellt, der möchte einfach sein, ist lustvoll, lebensfroh, die Welt entdecken und wird dann immer gebremst mit: "Ne, das darfst aber nicht anziehen, weil man sieht die ganze Haut. Da gehen wir nicht hin, da sind nur Weiße, die mögen dich nicht." Dann entsteht ein Schmerz, der ist gegründet an unseren Grundbedürfnissen, und zwar unseren psychischen Grundbedürfnissen. Und dann passiert Folgendes. Wir nehmen mal das Gehirn als Hand. Und in dem Sinne ist der Handfortsatz das Stammhirn. Da ist Basales wie Atmung, wie Pulschlag und solche Dinge verortet. Dann gibt es den präfrontalen Cortex. Das ist Denkerfront. Warte mal, ich kann das hier. Moment, jetzt mache ich es hübsch.

NANÉE: Jetzt mach's, jetzt machst Du's hübsch, das find ich gut. Also, für alle, diesen Podcast hören, die sind herzlich dazu eingeladen, mit auf meinen YouTube-Kanal zu gehen unter NANEE-Music und, ach, wie geil. Genau, weil da werdet ihr was sehr, sehr Lustiges sehen, wie das nämlich aussieht, das Gehirn. Also,

Gunda: Jetzt mach ich es hübsch.

NANÉE: gern vorbei.

Gunda: also hier ist die Denkerstirn, die guckt immer und sagt so, was geht hier ab? Da ist die Motivation und der Antrieb und da sind gute Erinnerungen alle gespeichert. Und dann wohnt hier in der Mitte, das ist schon ein bisschen abgenutzt,

NANÉE: Sehr geil.

Gunda: das hat schon keine Augen mehr, weil ich das so oft gemacht habe, die Amygdala. Die Amygdala ist unsere Bewertungszentrale, die sagt: "Ist etwas spaßig, spannend!" Weil Lustgewinn ist eins unserer Grundbedürfnisse oder ist etwas gefährlich.

NANÉE: Mhm.

Gunda: Wenn jetzt ein Reiz auf die Amygdala kommt die Amygdala sagt, das ist Gefahr, dann passiert Folgendes: Der präfrontale Cortex schmeißt sich weg und sagt: "Ich bin raus. Ich denke nicht, ich sortiere nichts ein. Ich mache hier gar nichts. Ich bin raus." Und die Amygdala macht voll Alarm auf das Stammhirn und sagt, jetzt aber bitte Sauerstoff in die Muskeln pumpen, weil wir müssen schneller sein oder wegrennen oder, oder, oder. Also fight, flight, freeze. Es geht ums Überleben. Und in dem Moment ist hier oben der Präfrontale Cortex ausgeschaltet, der ist nicht da. Und dann beruhigt sich die Situation wieder und dann hört die Amygdala auf zu pumpen und der Präfrontale Cortex schließt sich Aber so wie das jetzt hier so ist, da guckt die Amygdala so ein bisschen raus, beruhigt die sich nicht mehr zu 100%, sondern wenn es einmal als Gefahr eingestuft wurde und Da sind so Rahmenbedingungen Sicherheit, was wurde gemacht drum herum. Wenn die nicht gegeben wurden, dann ist die Amygdala jetzt in Alarmzustand. In Form von: "Was dieses Thema angeht, reagiere ich schneller. Wenn ich vorher eine Sekunde gebraucht habe, brauche ich jetzt eine Dreihundertstelsekunde." Also nehmen wir mal jetzt genau das praktische Beispiel. Es gibt eine, keine Ahnung, dickes Merkmal am Hals, so wie bei dir. Ja und dann

NANÉE: Mhm.

Gunda: Die Mama zieht bis hierhin an und dann kommt der Moment, wo es irgendwie im Schwimmbad oder was freigelegt wird und dann kommt sofort: Das müssen wir weg. Da sagt die Amygdala, gefährlich, ich bin in Gefahr. Weil meine Mama reagiert so, das überträgt sich dann, also bin ich in Gefahr. Und es gibt ja einen Zusammenhang zwischen der Haut und der Reaktion der Mutter und das speichert dann die Amygdala auch und sagt: "Ich bin in Gefahr und dann...

NANÉE: Mhm.

Gunda: kommen die Glaubenssätze dazu. Also immer wenn wir was Traumatisches erleben, dann ist es etwas im zentralen Nervensystem. Und unser zentrales Nervensystem ist dazu da, uns zu schützen. Und dann sagt es, okay, wir möchten, dass du das nicht wiedererlebst.

NANÉE: Mhm, naja,

Gunda: Ja, das soll, so wenig wie möglich, soll dieser Reiz kommen, weil das ist ja blöd. Also wenn wir keinen Zugang zum Denken und zur Handlung haben. Da passieren zwei Dinge, also zwei Wesentliche. Einmal entwickelt sich ein Vermeidungsverhalten, das heißt, du kennst es selber, hast du mir kurz erzählt. Wie lange hast du gebraucht, so schön da zu sitzen mit all dem, was du bist?

NANÉE: 30 Jahre.

Gunda: So, also, das heißt, Vermeidungsverhalten ist

NANÉE: Ja, voll.

Gunda: der Amygdala geschuldet zu sagen, ne, ne, das machen wir nicht, weil das beinhaltet mindestens den Schreck der Mama und dann halt auch Ausgrenzung. Das ist so nahe aneinander. Was ist von Mama und was ist deins? Ob du es jetzt selbst erlebt hast? Kann sein, aber die kommen dann oben drauf.

NANÉE: Also, das ist ... Ja, genau, das kommt natürlich drauf, weil zuerst ... Gut, Henne oder Ei, was war zuerst? Also, zuerst war natürlich bei mir zumindest das mit den Rollkragen, mich vor der Sonne zu schützen und aber auch von den Blicken der anderen. Also quasi als Schutzgedanke und hier, das musst du anziehen, das musst du anziehen. Und dann natürlich kam dann im Teenageralter ... dann natürlich das Gemobbe. und Schimpfnamen und was auch immer.

Gunda: Ja.

NANÉE: Wobei das völlig egal ist, denke ich, also weiß ich heute, es ist egal, was du hast. Wenn du halt nicht selbstbewusst in der Gegend rumläufst, ungefähr, dann suchen sich die anderen Kinder halt das Opfer.

Gunda: Aber das Genau. Genau, und da fangen wir aber an. Du kannst nicht selbstbewusst herumlaufen, wenn eine Amygdala auf Stress gepolt ist, weil das ist einmal dieses Vermeidungsverhalten. Und dann kommt ja der Glaubenssatz hinzu, der soll dich ja schützen.

NANÉE: ja.

Gunda: Also ich nehme mal ein anderes Beispiel, um es ein bisschen zu abstrahieren. Eine Schülerin, die sich nicht traut, sich zu melden. Die war bei mir in der Praxis und die hatte aber ein Ursprungserlebnis, nämlich in der ersten Klasse, wo sie beschämt wurde, weil sie sich gemeldet hat und der Lehrer hat gesagt: "Das ist falsch, du bleibst, bis als Letzte sitzen und darfst nicht in die Pause gehen." Und daraus ist das Vermeidungsverhalten. Natürlich melde ich mich nie wieder, das ist sicherer. Aber auch, dass der Glaubenssatz: "Ich bin dumm!" Die hat nur Einsen geschrieben.

NANÉE: Mmh.

Gunda: Aber der Glaubenssatz, ich bin dumm, hat sie davon abgehalten.

NANÉE: Krass.

Gunda: sich zu melden, weil lieber sie beschämt sich selber, als dass jemand anders sie beschämt.

NANÉE: mein Gott,

Gunda: Das ist halt, und das ist, also das Schwierige darin ist dann, sagen wir: "Ja jetzt weißt es doch, also kann man ihr doch sagen, guck mal, du schreibst nur Einsen, du weißt es doch."

NANÉE: hab gerade so eine Gänsehaut.

Gunda: Das sind aber zwei Ebenen. Das eine ist ein kognitives Wissen, das sie draufguckt, sagt ja, ich weiß, ich bin schlau. Und das andere ist ein emotionales Wissen und auch Wiedererleben mit diesem Schutzfaktor. Nein, ich bin dumm, damit mir das nicht wieder passiert. Und ich denke, Henne oder Ei, bei dir zum Beispiel ist es sehr eindeutig, war erst die Mama da, die gesagt hat, ja, so, machen hier, und hat dir etwas mitgegeben und dann hat es sich verselbstständigt, in einem Glaubenssatz: "Ich bin nicht okay so." Ich bin nicht liebenswert, ich bin nicht okay, ich bin anders und anders in Form von, ja. Schrecklich."

NANÉE: Jaja, genau. Ich bin hässlich und ich bin

Gunda: Und wenn du dann natürlich auf den Schulhof gehst mit ich bin anders und mich kann ja sowieso keiner leiden, zack, wird es genauso passieren. das ist das, die suchen sich dann natürlich da, wo sie eh schon sind. Das heißt, dann wird es leider eine Spirale und die Amygdala kriegt immer mehr obendrauf auf den Deckel.

NANÉE: wertvoll. Ja, ja. Mmh. Jetzt gibt's sozusagen zwei Aspekte. Also, ... Das ist natürlich ... In meinem Fall, bin an einer Zeit geboren worden, da haben die Ärzte sie sich nicht an ihre Tochter, wird nicht älter als zwei, weil sie an Hautkrebs sterben wird." Das heißt, meine Eltern hatten absolut Panik und hatten Angst. So, und Dann ging das damals los mit den Operationen. Denn jeder Leberfleck, der irgendwie auffällig aussah, wurde rausgenommen, rausgeschnitten. Über 60-mal. Und das weiß man, so vielleicht sollte ich auch mal zu der in die Behandlung kommen, da noch ein bisschen was aufzulösen, aber man weiß es nicht.

Gunda: Kein Problem.

NANÉE: Und ich habe, sozusagen, um mal zu verstehen, es gibt ja sozusagen den Punkt, was kommt von den Eltern, was ist bei den Eltern vielleicht auch noch drin, aber auch was mich jetzt noch mal rein, was beim Kind passiert, noch mal interessieren würde. Wenn ein Kind von früh auf operiert wird, weil heute, also das muss ich auch noch mal sagen, Gott sei Dank weiß man heute, dass die ganzen Operationen nicht nötig sind, weil das angebliche Hautkrebsrisiko, was man dachte, ist 30-fach höher und so was, stimmt alles nicht, hat nichts mit der Realität zu tun. Deswegen, das ist 1,1 bis 3,3 Prozent höher als Menschen ohne CMN. Aber deswegen würde kein Arzt, der sich auskennt, Klammer auf Klammer zu, überhaupt einen Skalpell in die Hand nehmen. Ich möchte gerne einmal wissen, was macht das mit so 'nem Kind, wenn er es von früh auf im Prinzip Teile von sich rausgenommen kriegt?

Gunda: Naja, also erstmal sind wir natürlich bei einer mangelnden Ich-Identität, was Selbstakzeptanz angeht, weil andauernd ist ja etwas von mir nicht okay, was weg muss.

NANÉE: Mhm.

Gunda: So. Und der andere Teil ist natürlich, wie ist das drumherum? Also ich sag jetzt mal, mit der Angst und Hiobsbotschaft, ihre Tochter wird sowieso nur ein bis zwei Jahre alt. ist es natürlich für so einen kleinen Menschen Stress pur, weil es ja die Schwingungen übernimmt. Also die ersten drei Jahre geht es um Schwingung und nicht um Erklären.

NANÉE: Mmh.

Gunda: Das heißt, ein kleines Kind, also mindestens bis drei, du kannst es dir so vorstellen, wenn man eine Stimmgabel antippt und eine zweite in der gleichen Tonlage daneben hält, dann übernimmt die den Ton. Die muss man nicht antippen. Und so ungefähr Funktioniert das mit der Etablierung unseres Betriebssystems. In den ersten Jahren ist es die Schwingung der Hauptbezugsperson, in dem Fall die Eltern, die sich übertragen, was dann als Grundlage unserer Handlungskompetenz implementiert wird. Und wenn die ersten zwei Jahre geprägt sind von Angst, mein Kind überlebt nicht, und dann ist es erstmal mit drin. Und dann ist natürlich die Frage, wie wird im Weiteren damit umgegangen und welche Wege... gibt es da raus. Also du hast sie ja gefunden, du strahlst ja jetzt, aber es war halt mit Sicherheit, ohne das jetzt näher zu wissen, ein harter Weg.

NANÉE: Ja? Ja, definitiv. Und auch viel zu spät. ich meine, die Operation hätte man sich ja sparen können. Und das ist sozusagen ja mein Wunsch. Deswegen mache ich das ja, weil ich möchte gerne, dass andere Kinder und andere Eltern mit ihren Kindern die Besonderheiten haben. Es muss ja noch nicht mal CMN sein, sondern irgendwas halt nicht diesen harten Weg gehen müssen, sondern dass sie es schaffen, schneller mit sich und ihrer Haut, ihrer Besonderheit klarzukommen und gesundes Selbstbewusstsein. entsprechend zu etablieren. das ist... Da brennt mein Herz für...

Gunda: Ja, genau. Und da sind wir eigentlich bei dem, was ich inzwischen mache. Ich habe meine Praxis aufgegeben und bilde ja, so wie du am Anfang gesagt hast, Erwachsene weiter, weil ich gesagt habe, ich möchte keine Kinder mehr reparieren, ich möchte dafür sorgen, dass sie nicht mehr kaputt gehen.

NANÉE: Gott,

Gunda: Und wenn wir das verstehen, dass diese Übertragung, also dass, wenn wir diesen Operationen zustimmen und sagen, mein Kind hat keine Ahnung, 'n anders geformten Kopf, einen Arm weniger, was auch immer, was es alles gibt. Und uns so verhalten wie jetzt deine Eltern, dann ist es immer die Angst der Eltern. Wir sagen zwar, wir nennen es Liebe, wir wollen unserem Kind irgendwas nicht zumuten, aber dahinter steht unsere ureigene Angst. Und das können wir auf alles übertragen. Also ich habe zum Beispiel eine Zeit lang mit einer Frau zusammen gelebt und mein Pflegesohn in der Zeit ist seine leibliche Mutter verstorben. Also wir können das ja auf alles Stigmatisierende übernehmen. Und der ist zum Kindergarten gegangen und hat zu seiner Erzieherin

NANÉE: Mhm.

Gunda: gesagt: "Du, Frau Mehler, die Simone-Mama ist gestorben und Mami und Mama sitzen zu Hause und heulen." Da könnte ich jetzt auch Angst vor Stigmatisierung haben, dass alle sagen, was ist das für ein Tottenhaus? Drei Mütter! Ja? Aber das war nie in mir. Der ist von vornherein so groß geworden zu wissen, dass seine leibliche Mama in Liebe so entschieden hat und dass es ihr nicht möglich war. der ist einfach in der Normalität groß geworden. Und wenn ich die Angst gehabt hätte,

NANÉE: Mhm.

Gunda: was sagen die anderen alle, ich lebe mit einer Frau zusammen und ich weiß nicht fast alles, dann hätte ich es mit Sicherheit übertragen. Aber es ist meine Angst.

NANÉE: Mhm.

Gunda: mein anderer Sohn. der ist so ein Sensibelchen, der musste die Klasse wechseln. Und dann hat er gesagt: "Mama, kannst du nicht mit den Lehrern sprechen, dass ich die Klasse nicht wechseln muss?" Und dann ging mein Film ab, dass ich dachte, das ist so Sensibelchen und er hat seine Kumpels und er hat drei Jahre dem Kindergartenfreund nachgeweint, das wird für den eine Vollkatastrophe sein. Und dann habe ich da reingefühlt und habe mir meinen Film angeguckt und der Film lief dann so, okay, wenn er jetzt wirklich die Klasse wechseln muss. dann findet er keine Freunde mehr, weil er ist ja mit den anderen Freunden. Das heißt, er will nicht mehr zur Schule gehen. Wenn er nicht mehr zur Schule geht, macht er keinen Abschluss. Wenn er keinen Abschluss macht, macht er keine Ausbildung. Wenn er keine... Gott, mein Kind landet unter der Brücke.

NANÉE: Gott.

Gunda: Ja, aber das ist so rasant, schnell und unbewusst. Ja, das ist ja nichts Bewusstes. Und als ich das dann klar hatte, habe ich gesagt, okay, das wird so nicht passieren. Ich Hab mit den Lehrern gesprochen. Die haben mir sehr plausibel gesagt, warum das jetzt wichtig ist.

NANÉE: Was für ein... Ja, ja, genau.

Gunda: Und ich habe... ihm das zugemutet und er hat einen riesen Entwicklungssprung gemacht.

NANÉE: Mmh.

Gunda: Dass es immer unsere eigene Angst ist, wenn wir unsere Kinder beschützen wollen, dass sie nicht gemobbt werden, dass sie nicht ausgegrenzt werden, weil sie anders sind. Ich habe ein Kind, großgezogen, was in allem anders ist. Also im Äußeren, wie gesagt, Karamellfarben passt gar nicht zu mir. In seinem ganzen Verhalten, der... Der ist anders, anders. Ich sage immer, mein Kind mit Sonderausstattung. Aber ich bin halt in aller Selbstverständlichkeit. Der ist halt so. Liebes, also das ist dann so, in der weiterführenden Schule war direkt klar mit seinem Verhalten, der kann nicht mit auf Klassenfahrt fahren und dann haben die gesagt, ja dann geht er nach Hause. ich, nee, nee Leute. Also das hier mit der Bildungspflicht ist keine Einbahnstraße. Wenn ihr meint, er muss, dann muss er antanzen und wenn ihr nicht wollt, dann kann er... Zu Hause bleibst du und nö, wenn der nicht mitfahren darf, dann seht mal zu, was ihr mit dem macht. Und dann gibt es auf einmal Lösungen. Also ich will da bestärken zu sagen, wir sind doch alle anders. das ist diese Anpassungspflicht an ein beklopptes System. Wo ich sagwen würde: Wer sagt denn, dass wir da mitmachen müssen.

NANÉE: Hm. Ich habe gerade noch einen Gedanken, als du es gesagt hast, vorhin von den Schwingungen. Ich meine, das resoniert total in mir, weil ich meine, die Kinder merken ja schon, dass irgendwas im Busch ist, bevor sie überhaupt reden können.

Gunda: Ja, die merken das alles.

NANÉE: Ja, das heißt, da kannst du quasi, wenn du dich mit der Nachbarin über dein Kind unterhältst und ja, nee, nee, guck mal, dann guckste mal zur Seite und so.

Gunda: Alles! Das merken die alles. Also das ist, er hat nichts mit, mit, mit, ähm, also Sprache. Das ist lustig. war schon mal vor Gericht für ein kleines Schwuppi-Kind, wo ich was erkämpfen wollte. Und da hieß es, das kann nicht traumatisiert sein, weil das ist im vorsprachlichen Bereich. Wo ich denke, in welcher Steinzeit lebt ihr denn? So, ne? Weil, nur weil sie die Wörter nicht verstehen, verstehen sie, fühlen sie die Bedeutung.

NANÉE: Gott!

Gunda: von dem was passiert und auch von Handlungen wie du sagst, weggucken, das ist mir peinlich, mein Kind ist mir peinlich, das fühlen die.

NANÉE: Ja, genau. Genau. Das jetzt muss ich ganz kurz gucken weil einen Punkt hatte ich gerade noch, wahrscheinlich kommt der gleich noch mal. Aber was wäre dann dein, also wenn du als Eltern zum Beispiel frisch gebackene Eltern bist. Bei CMN ist es so, man sieht das nicht vorher, das heißt, dein Kind kommt raus mit Sonderausstattung, wie du es so schön gesagt hast. Und was würdest du dann den Eltern raten? Du bist ja komplett Also, ich bin keine Mutter, aber ich kenne das aus meinem Freundeskreis und aus meiner Familie. Du bist ja so ein bisschen unter Drogen oder bzw. unter Hormonen. Du bist ja quasi eigentlich gerade kein Mensch. Und dann kommt noch der Schock, weil das ist ja auch für dich als Eltern absolut der Schock.

Gunda: Ja, voll. Ja, genau. Und da geht es dann drum. Es gibt so einen Satz: "Was dich trifft, betrifft dich." wenn dich das dann trifft und du sagst, Gott, womit habe ich das nur verdient, dass mein Kind so aussieht, dann darfst du mal reinfühlen. Weil vielleicht das Universum mit deinem Kind dir eine Heilungsaufgabe schenkt.

NANÉE: Ja, ja. Hm.

Gunda: Zu sagen, wenn dich das so aus der Fassung bringt, hat es mehr mit dir und deiner Lebensgeschichte zu tun. Wenn direkt der Film anspringt, das wird gemobbt, dann, würde ich mal sagen, hast du selber Mobbingerfahrung gemacht, wo du dein Kind jetzt vor beschützen möchtest. So, es ist immer die eigene Überforderung. Zum Beispiel, als ich mich beworben habe als Pflegemutter, konnte ich auch alles ankreuzen. Dürfen die irgendwelche Krankheit haben? Dürfen die von HIV-Eltern, von Alkoholabhängen-Eltern und sonst was so,

NANÉE: Hmm...

Gunda: Da habe ich gesagt, beim leiblichen Kind kann ich mir das auch alles nicht aussuchen, was es hatte. Hatte es. Das Einzige, was ich nicht konnte, war eine geistige Behinderung. Aber es hat was mit mir zu tun und meiner Prägung zu sagen, mein Vater, alle machen Abitur. So, Wär ich heute gewappnet wäre und sagen würde, ja, vielleicht würde ich es heute anders können, aber damals konnte ich es nicht. Aber es hat was mit mir zu tun und nicht mit dem ...

NANÉE: Mhm. Mhm.

Gunda: was da ist. Und ich bin der festen Überzeugung, das Leben ist immer für uns und wir bekommen das, was wir tragen können und aushalten können. Und alles, was besonders ist, ist unsere Entwicklungsaufgabe. Also unsere Kinder sowieso, also auch mein Pflegesohn. Das war mein persönliche 19 Jahre Entwicklungsaufgabe. Nicht für ihn, also habe ich auch hingekriegt, sondern für mich. Ich habe durch ihn so unfassbar viel gelernt und bin mir so viel näher gekommen. Und wenn wir das verstehen, dass unsere Kinder, egal wie sie nur rauskommen und wie sie aussehen, das Geschenk des Universums an uns sind zum Heilen und zum Wachsen, dann ist der erste Schritt getan.

NANÉE: Das stimmt. Das wäre dann ja schon echt ein absoluter Riesenschritt.

Gunda: Der Weg dahinter ist meistens schwierig, aber ja, das ist schon richtig guter Schritt.

NANÉE: Ja, genau. Wenn ... Also, du hast ja gesagt, im Prinzip die ersten drei Jahre sind mit die aller, aller, aller wichtigsten. Und auch so dieses, von wegen das Kind merkt es nicht? Is nicht! Das Kind kriegt alles mit. Also, ich weiß zumindest im Bereich CMN und so gibt es die Diskussion ... Oder gibt es sozusagen bei manchen Ärzten immer noch den Punkt, je früher man operiert, umso besser, weil dann ist der Bereich noch sehr klein und die Haut ist noch sehr elastisch und so weiter und so fort. Und deswegen musste man unbedingt ganz früh, also so. Im Hinblick auf die psychische Gesundheit und sozusagen diesen Selbstwert oder das Trauma, was ja theoretisch dann entstehen kann. Wäre eine, äh, sozusagen spätere Operation ... besser dann? Also mal abgesehen von Haut und flexibel. Hau rein.

Gunda: Ach, wenn ich darf, mache ich da ganz anderes Fass auf. Ich bin ja auch noch, steht gar nicht auf meiner Homepage, Epigenetik-Coach. So, und inzwischen ist klar, es kam so der Punkt, wo man sagte, wenn wir die DNA entschlüsselt haben, dann wissen wir auch, wo alle Krankheit und alles herkommt. Und dann haben sie die DNA entschlüsselt und dann sagen sie, scheiße, wir wissen eigentlich nichts. So, also man kann nichts ablesen. So, und die Epigenetik ist die Weiterführung der Forschung der Genetik. Und die sagt im Prinzip, 20 Prozent sind Gene und die sind festgelegt. Und deine Gene sind jetzt festgelegt, das ist jetzt einfach da. Ja, wie Haarfarbe, Augenfarbe und so weiter. Und 80 Prozent ist an- und abschaltbar. Das heißt, könnte jetzt, in meiner mütterlichen Linie gibt es Brustkrebs, drei Generationen jetzt. Ich könnte jetzt einen Bluttest machen und also geht nicht bei allen Krebsorten, ich könnte bei der ist es glaube ich so, dass ich testen lassen könnte, ob ich den Marker habe.

NANÉE: Mhm.

Gunda: Aber das sagt nichts aus, weil ob dieses Gen an oder abgeschaltet wird, das wird beeinflusst durch fünf Faktoren, die in der Epigenetik benannt werden.

NANÉE: Das war der erste Teil des Interviews mit der wunderbaren Gunda Frey. 30 Minuten geballter Input bei "HAUT COUTURE - ICH BIN ICH und das ist gut so". Die Antwort auf die letzte Frage und darauf , wie Trauma heilbar sind, Was Kinder brauchen, um einen positiven Selbstwert zu entwickeln, egal, wie sie auf die Welt gekommen sind, welchen Einfluss die Ängste der Eltern und auch die gesamtgesellschaftlichen Rahmenbedingungen haben. Und einen super-Trick, mit dem du ganz schnell aus einer spontanen Angst-Reaktion raus und wieder ins emphatische und empowernde Denken rein kommst, erfährst du im zweiten Teil von meinem Gespräch mit Gunda Frey. Welches am 19.12. erscheint. Wenn du nicht länger warten möchtest, und die Folge sofort hören möchtest, melde dich gern zu meinen NANÉE News an und erhalte schon jetzt den Exklusiven-Link zur neuesten Folge und zum zweiten Teil vom Interview. Ich wünsche dir eine zauberhafte Vorweihnachtszeit voller Genuss und der Erkenntnis, dass der erste Schritt in dein neues empowerndes Ich damit beginnt, dass du erkennst, welche alten Überzeugungen noch in dir stecken und dich zurück halten. Denn denk immer daran: Du bist genauso richtig, wie du bist .

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