037: Stark sein – auch ohne Muckis! Die besten Strategien gegen Mobbing – mit Jana Dibbern & Daniel Duddek
Shownotes
„Wenn du deinem Kind nicht zutraust, dass es stark ist – wie soll es selbst daran glauben?“ – Jana Dibbern
Mobbing ist kein Randthema. Es ist eine Realität. Für viele Kinder. Für viele Eltern. Besonders für die, deren Kinder mit einer sichtbaren Besonderheit auf die Welt kommen.
Ich weiß, wovon ich spreche – denn ich bin selbst mit der Pigmentstörung CMN geboren worden. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn Blicke länger verweilen. Wenn Sätze wie Messer durch die Kinderseele schneiden. Und ich weiß auch: Es gibt Wege, die stark machen – ohne dass man sich selbst oder sein Kind „verändern“ muss.
In dieser Folge von "HAUT COUTURE – ICH BIN ICH und das ist gut so" habe ich zwei Menschen eingeladen, die nicht nur reden, sondern handeln: Daniel Duddek und Jana Dibbern – die Gesichter hinter „Stark auch ohne Muckis“.
Ihre Arbeit ist revolutionär – weil sie Kindern zutraut, stark zu sein. Weil sie Eltern Mut machen, andere Wege zu gehen. Und weil sie mit ganzem Herzen für eine neue Generation einstehen: eine, die weiß, wie man mit Mobbing, Ausgrenzung und Schmerz umgehen kann – und die trotzdem ihre Würde behält.
Daniel teilt seine eigene Geschichte – ehrlich, berührend und schmerzhaft.
„Ich war sehr klein für mein Alter. Alle meine Freunde hatten schon Bärte und Freundinnen – ich hatte beides nicht. Und plötzlich war ich der Witz. Für sie war das vielleicht nur Spaß – für mich war es Realität.“
Und diese Realität hat ihn geprägt. Nicht als Opfer, sondern als jemand, der verstanden hat: > „Nicht die Absicht entscheidet, ob jemand sich gemobbt fühlt – sondern das, was ankommt.“
Heute coacht Daniel Kinder, Eltern und Pädagog:innen darin, wie man Selbstwert aufbaut. Seine Botschaft: Mobbing lässt sich nicht immer verhindern – aber wir können lernen, anders damit umzugehen.
Jana hat ihre Stärke auf dem Fußballplatz entdeckt – als einziges Mädchen unter Jungs, die ihr sagten, sie habe da nichts verloren.
„Natürlich wurde ich gemobbt. Aber ich habe es nicht so empfunden – weil ich durch die Bewegung, durch das Spiel, meine Kraft gespürt habe.“
Genau dort setzt sie heute an: Kinder durch Bewegung zu stärken – emotional, körperlich, mental. Was in diesem Gespräch so klar wird: Mobbing hat viele Gesichter. Aber der Ausweg beginnt immer in uns selbst – und in unserem Zuhause.
Daniel sagt:
„Wenn Eltern insgeheim glauben: Mein Kind ist ein Opfer – dann schicken sie genau diese Energie ins Leben. Und wundern sich, wenn das Kind genau das erlebt.“
Ein Satz, der trifft. Und Jana ergänzt:
„Viele Eltern versuchen zu beschützen – und nehmen damit ihrem Kind die Chance, sich selbst zu erleben, sich zu behaupten und zu wachsen.“
Wir sprechen darüber, warum Eltern nicht überreagieren, sondern hinschauen sollten. Warum Operationen nicht die einzige Lösung sind. Und warum Bewegung – sei es körperlich oder gedanklich – ein echter Gamechanger sein kann.
Eines der kraftvollsten Bilder kommt von Daniel, wenn er Kindern den sogenannten „Gedankenpups“ erklärt:
„Wenn du dein Gehirn mit Mist fütterst – was kommt dann wohl raus? Genau: Gedankenpupse. Dinge, die andere verletzen. Aber: Du kannst lernen, was du reintust – und was du rauslässt.“
Diese Folge ist voll mit starken Bildern, mit echten Geschichten und mit dem Mut, Dinge anders zu sehen. Es geht nicht darum, Täter zu verurteilen und Opfer zu bemitleiden. Es geht darum, zu erkennen: „Kinder machen nach, was wir ihnen vorleben.“
Wenn wir also Veränderung wollen, müssen wir bei uns anfangen. Und das beginnt in den eigenen vier Wänden. In unserer Sprache. In unseren Gedanken. In unserer Haltung.
Daniel bringt es auf den Punkt:
„Helden werden in den eigenen vier Wänden geschmiedet.“
Wenn du ein Kind hast – oder ein inneres Kind in dir, das verletzt wurde – dann ist diese Folge für dich.
Wenn du bereit bist, andere Wege zu gehen, ohne zu verurteilen, aber mit Klarheit, Herz und Haltung – dann wirst du aus dieser Folge so viel mitnehmen.
Denn genau darum geht es bei „Stark auch ohne Muckis“: Stark sein. Echtheit leben. Und Vielfalt feiern – nicht verstecken.
🎧 Hör jetzt rein – und teile die Folge mit Menschen, die sie brauchen. Eltern. Lehrkräfte. Coaches. Oder einfach Menschen mit Herz.
Was hat dich am meisten bewegt? Welcher Gedanke hallt nach?
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Alle Infos zu „Stark auch ohne Muckis“ und Jana & Daniel findest du hier: 🔹 Website: starkauchohnemuckis.de 🎙 Buch: Familienglück ist kein Zufall – Gemeinsam jedes Lebenskapitel meistern: Amazon 📺 YouTube: Stark auch ohne Muckis 🔹 Instagram: Daniel Duddek 🔹 Instagram: Jana Dibbern
💡 Denk daran: Dein Wert wird nicht von anderen bestimmt. Selbstbewusstsein ist lernbar. Und du bist genau richtig, so wie du bist.
Bis zur nächsten Folge und Lasst uns gemeinsam stark sein – auch ohne Muckis! 💥 Du bist nicht allein.
Alles Liebe,
Deine NANÉE
Mit freundlicher Unterstützung vom Nävus Netzwerk Deutschland e.V.
Transkript anzeigen
NANÉE: Willkommen zu einer neuen Folge von "HAUT COUTURE - ICH BIN ICH und das ist gut so". Ich bin NANÉE, Sängerin, Speakerin und Coach für Selbstbewusstsein. Und heute geht es ein Thema, das für viele von uns eine echte Herzensangelegenheit ist. Mobbing. Ich weiß selbst aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, wegen seines Aussehens ausgegrenzt zu werden. Denn ich wurde mit einer seltenen Pigmentierung geboren, CMN, und ich habe als Kind erlebt, was es bedeutet, anders zu sein. Viele Eltern haben Angst, dass ihr Kind wegen seines Aussehens oder weswegen auch immer gemobbt wird und tun alles, es zu schützen. Und oft denken sie sogar über Operationen nach. Aber gibt es nicht noch andere Wege? Wege, die Kindern nicht nur helfen, sich zu behaupten, sondern auch selbstbewusst und stark durchs Leben zu gehen, egal wie sie auf die Welt gekommen sind? Und was können wir als Erwachsene tun? Und weil dieses Thema so wahnsinnig wichtig ist, gibt es heute eine Premiere. Denn es gibt zum allerersten Mal Inspiration und Empowerment, im Doppelpack mit zwei Gäst-innen. Herzlich willkommen Jana Dibbern und Daniel Duddek von "Stark auch ohne Muckis". Jana ist Gründerin der "Sport- und Spiel Akademie", hat sich in der Männerdomäne Fußball durchgesetzt und heute hilft sie Kindern durch Bewegung, nicht nur körperlich, sondern auch mental stark zu werden. Von mir nochmal ein herzliches Willkommen Jana.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Hi! Hi! Moin! Ja, danke. Vielen lieben Dank. Freue mich sehr.
NANÉE: Und Daniel, ich mich auch. Daniel, du warst selbst Mobbing-Betroffener und heute zeigst du als Gründer von "Stark auch ohne Muckis" Kindern, Eltern und Pädagogen, was man und wie man aus Angst Stärke macht. Ein herzliches Moin, lieber Daniel.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Moin.
NANÉE: Und das kann man nur sagen, ihr beide seid Visionäre der Kinder- und Jugendförderung und ich freue mich unfassbar, dass ihr da seid.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Vielen für die Einladung. freuen uns sehr aufs Gespräch. Hallo an alle Zuhörerinnen und Zuhörer und ja, auf eine schöne gemeinsame Reise. auch von mir nochmal einen Moin. Fühle ich mich direkt heimisch aus dem hohen Norden Hamburg. Moin, Moin, Moin und Danke und ich freue mich auch sehr.
NANÉE: Ja! Genau. Wunderbar. Daniel, ich habe gleich mal eine Frage an dich. Du warst ja selbst von Mobbing betroffen. Magst uns mal mitnehmen in deine eigene Geschichte? Was hast du damals erlebt und was hättest du dir als Kind gewünscht, besser damit umzugehen?
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Ja, also ich war halt sehr klein für meine Alter damals. ich sag immer, spaßenshalber mit zwölf sah ich aus wie neun, mit sechzehn, wie zwölf. Alle meine Freunde hatten Freundinnen und einen Bart. Ich hatte beides nicht. Und das hat was mit mir gemacht. In meiner Familie gab es diese geflügelten Sätze wie, Daniel, bei deinem Bartwuchs reicht auch ein raues Handtuch, dich zu rasieren. Zu dem kamen O-Beine, die natürlich auch immer ein Thema waren. Und jetzt kann man sagen, boah, das ist doch... Man könnte sagen, wenn man jetzt vielleicht noch Schlimmeres erlebt hat, Daniel, weißt du was ich erlebt habe? Das ist ja gar nichts dagegen. Aber genau da sind wir eigentlich schon beim Kernthema angekommen, was ich in der Mobbingprävention bewirken möchte. Nämlich Mobbing kann man nicht festmachen an einer Definition. Das einigen - an einer Eigenschaft ganz genau. Für mich war es damals ausreichend genug, dass ich damit gehänselt werde.
NANÉE: An eine Eigenschaft.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: dass ich zu klein bin, dass ich keine Freundin bekomme, dass ich keinen Bartwuchs habe, etc. Dass ich mich gemobbt gefühlt habe. Wichtig ist, ich habe mich gemobbt gefühlt. Retrospektiv. Ich hab mit vielen Menschen von früher geredet. Alle, und ich glaub ihnen, haben gesagt, was? Nee, Daniel, wir wollten dich nicht mobben. Das war doch so Spaß. Wir waren alle cool miteinander. Wir waren doch Freunde. Ich unterstelle diesen Menschen, dass sie damit 100 % die Wahrheit sagen. Die wollten mich nicht fertig machen, die wollten mich nicht zerstören. Und trotzdem fühlte ich mich so. Und jetzt muss man sich vorstellen, wenn ich mich so fühlte, und jetzt wäre es vielleicht tatsächlich eine Böswilligkeit damals gewesen, die bei mir offensichtlich nicht vorhanden war, wie hätte ich mich dann gefühlt? Wäre ich zerbrochen? Ja, nein, vielleicht. Und das hat mich dahin geführt, überlegen, unabhängig dessen, wie ... wie doll die Beleidigung, wie doll die Ausgrenzung, wie doll die Verunglimpfungen, die falschen Tatsachenbehauptungen etc. sind. Was kann ich Kindern mitgeben, damit sie so ein Stück weit über den Ding stehen? Und das wäre bei mir damals tatsächlich zwei Dinge gewesen. Ich hatte für mich damals nicht gelernt, mir Hilfe zu suchen. Ich habe das mich hineingefressen, wenn man so möchte. Ich habe das ganz alleine mit mir ausgemacht. Und ich glaube, was ein wichtiger Punkt ist, um Mobbingprävention zu betreiben, ist, dass wir in den eigenen vier Wänden, nämlich in unserer Kernfamilie, egal wie die aussieht, Patchwork, gemischt, gleichgeschlechtlich, alleinbegleitend, diese Menschen, die so eng zusammen sind, dass sie eigentlich jeden Tag zusammen wohnen, da entsteht ganz, ganz viel Stärkung und da probieren wir anzusetzen. Kinder, auch was du gesagt hast, so zu begleiten, dass sie wissen: Ich bin gut, wie ich bin. Ich werde anerkannt, wie ich bin. Meine Besonderheiten sind keine Schwäche oder etwas, was man loswerden muss, sondern es ist Teil meines Charakters. wenn ich diesen Teil oder dieses Individuelle in mir lerne, die nicht für mich und die Welt zu nutzen. dann kann mir eigentlich nichts passieren, weil ich weiß, dass ich ein wertvoller Teil eines Gesamtkonstruktes bin. Aber, und das ist ein doofes Aber, aber genauso läuft es leider häufig weder in Familien, noch in Bildungseinrichtungen, noch in unserer Gesellschaft. Und das ist ein Problem.
NANÉE: Ja, definitiv, da sagst du was. Jana, du bist ja als Frau in einer klassischen Männerdomäne, nämlich dem Fußball, auf deinen Weg gegangen und hast deinen Weg gemacht. Hast du selbst Erfahrungen mit Ausgrenzung oder Vorurteilen erlebt? Und wenn ja, wie bist du damit umgegangen?
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Das ist ganz spannend, dass du das fragst, weil tatsächlich ist immer diese gewisse Form von Ausgrenzung ja auch oft diese besondere Aufmerksamkeit auf etwas ganz Tolles. Also man wird ausgegrenzt, wenn man gut wird, wenn man den besten Trick macht. Schon hast du Neid. Du hast immer Bereiche, die du findest, wo man kann alles sofort in Ausgrenzung übertragen. Und das ist Ich sag mal, in der Zeit, ich in den Fußballsport eingestiegen bin, da haben Mädchen noch kein Fußball gespielt. Da war das auch alles noch eine andere Aufklärung. Da hieß es noch, Mädchen können kein Fußball spielen, Mädchen sind nicht so gut wie Jungs. Und da wusste ich schon immer für mich, irgendwas hat mich sehr schnell gerufen, wir müssen dann etwas ansetzen, wo wir erstmal alle gemeinsam miteinander eine gute Zeit haben. Da dürfen wir erstmal wieder hingucken.
NANÉE: Mmh.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Und trotzdem waren all diese Dinge, die auf dem Sportplatz passiert sind, natürlich wurde ich gemobbt. Natürlich wurde ich von den Jungs gemobbt, sie haben zu mir gesagt: "Zieh Leine, du bist ein Mädchen, du kannst nicht mit uns spielen, du bist einfach schlecht. Du hast hier nicht mit uns zu spielen." Und trotzdem habe ich mich nie gemobbt gefühlt. Also das, was Daniel auch gesagt hat, weil ich immer gedacht habe, nee, aber irgendwie.
NANÉE: Hmm.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Find ich das auch lustig. Also wenn wir jetzt mal da einsteigen, ich kann natürlich mit dir Fußball spielen und ich kann sogar gegen dich gewinnen. Und dann hat man den ersten Jungen auch mal 3-0, 4-0 abgezockt und dann hat der sich aber ganz schnell gemobbt gefühlt und hat dann natürlich auch wieder Wege gefunden, sich jetzt einzureden. Dann hat man zu mir Sachen gesagt, du hast ja auch Eier zwischen den Beinen und so. Und wenn man mal ganz, ganz, ganz genau die Lupe da drauf legt, muss sich tatsächlich schon
NANÉE: ...
Daniel Duddek & Jana Dibbern: immer darüber schmunzeln, weil ich es irgendwie lustig fand, weil irgendwas passiert, das ist wie so eine Magie in diesem Mobbing-Prozess, wo man sagt, die gewisse Aufmerksamkeit, die auf diese Sache draufgelegt wird, ist irgendwie dieser Wert, da ist was ganz Besonderes vorhanden. Und ich glaube, jeder, der einen Mobbing-Prozess für sich durchlebt hat und das dann für sich erkennt, dass es etwas ganz Besonderes ist, was da herausgefiltert wird.
NANÉE: Mhm.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: der hat dann auch ein enormes Wachstum für sich. Und ich glaube, wenn man das erst mal geschafft hat und man da gut durchbegleitet wird, warum das vielleicht eingetroffen ist oder warum das passiert ist, dann hat man mit diesem Warum so viel Erklärung für sich selbst und so viel Stärke dann in sich. Und dann kann man auch anderen dabei helfen und sie auch dadurch begleiten und ihnen auch diesen Zauber dann weitergeben. ist, weil wenn man die Kinder fragt in den Kursen. Na, ärgert ihr euch denn gerne, dann sagen sie auch alle ganz offen und ehrlich: "Ja." Und wenn wir die Kinder fragen, so ärgert ihr denn, also wenn ihr jetzt eure Geschwisterchen ärgert oder ihr habt ein Geschwisterchen und das regt sich so ganz doll auf, dann bringt das doch so besonders Spaß. Ja, und da ist ja schon immer dieses, wenn ich ärgere und der andere regt sich da drüber auf, dann bleibe ich da auch erst mal dran und mache weiter, weil ich eine gewisse Form von Aufmerksamkeit.
NANÉE: Ist das so? Hmm.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Und da ist ja so viel Tiefenlehre und Verständnis und Persönlichkeitserfahrung und so, die man da zwischenschreiben kann, verstehen muss, vorhanden. Da kann man einzeln die Lupe drauflegen und ganz vieles. ist eine Riesenwiese von ganz vielen Dingen, die man entdecken kann, was da alles an Geheimnissen auch drinsteckt.
NANÉE: Ich meine, da hast du gerade was ganz, ganz Spannendes gesagt, dass sie sich gegenseitig ärgern und die wollen sich ärgern. Aber warum trifft es manche Kinder härter als andere? Also warum sind manche Kinder sozusagen, wie Daniel das ja auch schon gesagt hat, dass er sich gemobbt gefühlt hat? Wieso hat es Daniel jetzt so krass getroffen und dich jetzt nicht? Was ist da der Unterschied gewesen? Und generell, wenn wir das zu Kindern sagen ... könnt.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Also das ist eine ganz tolle Frage, die du da stellst, die uns ja auch zusammengeführt hat. Resilienz und Bewegung. Ich glaube, weil bei mir immer noch die Bewegung direkt mit drin war. Also wenn es mich getroffen hat, dann konnte ich es direkt wieder körperlich ausgleichen und konnte dann für mich auch zeigen, trotzdem können wir spielerisch eine tolle Zeit zusammen auf dem Fußballplatz haben. Und wenn man das erst mal verstanden hat, dass das Spiel mehr Spaß bringt als der Streit oder das, was an Schwere reinkommt, dann kommt man auch ganz schnell zu diesem Übertrag an, das ist... dass es schon was humorvolles auch mit sich bringt. ich meine, auf dem Fußballplatz, da ist wirklich eine Kodderschnauze unterwegs, da haut man sich andauernd die Sachen an den Kopf. der mit den besonderen Fähigkeiten kriegt ja dann auch immer genau das gesagt. Du Körperclown. Und was man sich da nicht so alles wirklich gegenseitig auch an den Kopf scheppert, auch einen Spaß daraus zu machen. Und trotzdem ist man aber in der Bewegung und bewegt sich immer auf das nächste Ziel zu, auf das gemeinsame Wachsen. Oder du lernst die ganze Zeit selber für dich auch weiter. Und da habe ich ja immer ein bisschen die Theorie, wir haben irgendwann so viel Schwere in die Worte gebracht und so viel wir packen so viel Aufmerksamkeit auf die Aneinanderreihung von Buchstaben. Aber das Eigentliche dazwischen, das sehen wir halt nicht, weil ganz oft ist ja auch ein, ich sage mal, ein Mobbing-Angriff auch eine Kontaktaufnahme. Also wenn wir mit den Kindern in den Kursen sind, sagen wir auch ganz oft, na ist das wirklich Mobbing oder ist das vielleicht doch ein erstes, ich nehme dir mal den Gegenstand weg und will mit dir spielen und ich möchte einfach nur von dir gesehen werden, ich will dich eigentlich gar nicht ärgern. Trotzdem könnte sich derjenige geärgert fühlen. Aber wenn die Bewegung reinkommen würde und wenn man dann plötzlich zusammen spielt, dann ist das Spiel deutlich mehr wert als das.
NANÉE: Mmh.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: davor, was da als Kontaktaufnahme vielleicht sogar als Mobbing definiert wird. Und deswegen meine ich so, dass diese Magie dazwischen von, wenn man die einzelnen Situationen auseinander nimmt, kann man so viel Tolles daran erkennen, wo wir uns manchmal gar nicht in der Schwere befinden, sondern eigentlich im Leben, also im ganz gesunden Leben. Ich glaube, so ergänzend dazu, du hast es ganz schön gesagt am Anfang, die einen leiden mehr, die anderen weniger.
NANÉE: Mhm.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Das ist so. Bei mir war es ja dieses mehr und wenn man es jetzt mal betrachtet, Menschen kommen ja mit unterschiedlichen Prägungen zur Welt. Und Jana hat schon ganz viel die die Lösung gerade auch auch angeteasert. Es ist nämlich dieses sich miteinander bewegen. Gemeinschaft. Nicht immer mehr spalten, spalten, spalten und mit dem darfst du nicht und mit dem wollen wir nicht. Und die sind gut, die sind böse. Das alles führt dazu, dass wir immer mehr von diesem natürlichen, wir sind Menschen und wir wollen uns eigentlich gemeinsam durchs Leben bewegen. Der Mensch ist in unserer Theorie ein von Natur aus sich bewegender Organismus. So, und jetzt sind wir aber in einer Welt, die uns immer mehr Bewegungsfreude nimmt. Wir dürfen immer weniger. Also jetzt Kinder, wir reden jetzt von Kindern, ja, die immer weniger dürfen, die sich auch immer weniger ausprobieren dürfen. Und die ganzen Problematiken im Bereich Mobbing, die wir erleben, die auch
NANÉE: Mhm.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Ich bin jetzt Jahrgang '85. Das heißt, die Phase, in der ich Mobbing erlebt habe, war so kurz vor der Jahrtausendwende. Das war dann so 97 bis 2000, 2001 so um den Dreh. Ja, als Teenie, genau. war dann diese Phase. die letzten Jahrzehnte an: wie begleiten Eltern Kinder, wie begleiten Pädagogen Kinder, Pädagoginnen Kinder, wie
NANÉE: Also auch als Teenie quasi. na ja bei mir auch.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: ist die Gesellschaft in Bezug auf Kinder eingestellt. Und da rede ich nicht von sozialen Medien, da können wir ja noch einen oben draufpacken, was damit einhergeht. Die haben nun mal dazu geführt, eine gewisse, ich nenne das jetzt mal, du hast es so schön gesagt, du hast uns das im Vorgespräch erzählt, du setzt dich einfach für Menschen ein, dass sie, egal wo sie herkommen, wie sie aussehen, was für, was für, was ihnen mitgegeben wurde ins Leben. Sie können stabil durchs Leben gehen, nenne ich das jetzt mal. Weil sie für sich erkennen, es ist nicht die äußere Welt, es ist die innere Welt. Ganz viel hat aber dazu geführt in unserer Gesellschaft, dass diese innere Welt uns genommen wurde. Wir leben im Außen ohne Ende. Jetzt kann man aber diese Prägung, die wir haben, aber trotzdem nicht absprechen. Es gibt Menschen, die neigen eher zu Unsicherheit. Es gibt Menschen, die neigen eher zu Schuldgefühlen. Es gibt Menschen, die neigen eher dazu, sich zu... Blamen sich zu beschämen als zu sagen also das sind irgendwelche Worte von irgendeinem Menschen, den ich nicht kenne. Hat ja gar nichts mit mir zu tun. Aber und das ist eigentlich die frohe Botschaft die ich auch an dieser Stelle noch mal den Höhrerinnen und Höhrern mitgeben möchte wenn du jetzt hörst Ja mit der Bewegung das klingt alles stimmig und Mensch, ja ich würde mir wünschen dass mein Kind so wäre, aber es ist nicht so. Mein Kind ist nicht so. So unter uns gesprochen manche Eltern denken ja, wenn sie insgeheim ihrem Kind in die Augen schauen ist Mein Kind ist ein Opfer. Das würden die niemals laut sagen. Das würden die nicht laut sagen, aber unter uns: Sie denken es manchmal. Das ist schon ein Problem, weil damit gebe ich eine Energie ins Feld, die nicht gut ist. also, das hast du auch so schön im Vorgespräch gerade gesagt. Vielleicht kannst du gleich das Zitat noch mal sagen, was du, ich glaube, von einer Hebamme hast. Ich weiß es nicht mehr, vielleicht vertue ich mich gerade. Magst du es einmal sagen?
NANÉE: Mmh. Genau. Ja, genau. Da war eine Mutter von einem Kind, mit CMN, CMN ist die Pigmentierung, mit der ich geboren wurde, und die sozusagen als Genmutation während der Schwangerschaft ganz spontan entsteht. Das heißt, man erkennt es nicht vorher, man erkennt es quasi erst nach der Geburt oder während der Geburt. Und da war eine Mutter, die sich wahnsinnig Sorgen gemacht hat. Sie möchte ihr Kind gerne unterstützen. Sie möchte ihm alles mitgeben, was es braucht, damit es positiv ist. damit selbstbewusst sein kann, aber sie hat so große Angst davon, dass es gemobbt wird, dass es ausgegrenzt wird. Und es ergreift mich jedes Mal wieder, weil es ist dieser eine Satz, einfach, wo die Krankenschwester dann zu ihr gesagt hat: "How you feel about it, your child will feel about it." Und das ist, da steckt so viel drin, du brauchst eigentlich nicht mehr, nicht mehr dazu sagen. Punkt.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Und jetzt Prägung. Es gibt Kinder, die haben eine größere Unsicherheit als andere. Ich war so ein Kind. Punkt. Jetzt ist es allerdings so, mein Schicksal ist nicht in Stein gemeißelt. Wer das glaubt, der verkennt die Kraft von Umwelteinflüssen. Der verkennt die Kraft meiner eigenen Selbststeuerung. Der verkennt die Kraft von Prägung durchs Umfeld. Ich möchte es nicht Erziehung nennen, weil das Wort manche nicht mögen, aber es ist
NANÉE: Mhm.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: ein ganz entscheidender Faktor, wie meine Eltern, mein direktes Umfeld mit mir umgeht und wie sie über mich denken. In unseren Ausbildungen, die wir anbieten zum Lebenskompetenztrainer, machen wir eine Übung, wo es darum geht: Wie siehst du Kinder überhaupt? Wenn du mal ganz ehrlich bist. Und dann merkt man, manche Menschen sehen Kinder, also sie wünschten sich Kinder wären stark, aber wenn sie ganz ehrlich sind, sehen sie in Kindern häufig Schwäche, Zerbrechlichkeit, Fragilität etc. Und wie du es gerade so schön gesagt hast, dann... dann darf man sich aber auch nicht wundern, wenn ich so glaube, dass mein Kind ist, dass es eine Auswirkung hat. Und deswegen glaube ich, und das hatte ich eingangs schon mal gesagt, für die, die jetzt zuhören und sich denken, was kann ich denn machen. Das Erste ist: Trau deinem Kind zu, dass es nicht ein fragiles Objekt ist, was nichts packt. Steckt dein Kind nicht in die Schublade, dieses Kind, mein Kind hat aufgrund was auch immer. irgendein Problem ein in die Klammer. Mein Kind hat aufgrund von Klammer auf Klammer zu es schwerer im Leben. Mein Kind wird diese und jene Probleme haben wegen Klammer auf Klammer zu. Ich glaube in dem Moment, wo wir das ins Feld schicken, klingt das so spirituell? Meine ich gar nicht so sehr spirituell, aber wo wir das irgendwie reinschicken ins Leben, dann kreieren wir damit etwas. Und deswegen ist mein allergrößter Appell in der Mobbingprävention, liebe Eltern, wenn ihr in euren eigenen vier Wänden zusammen seid. Respektiert die Vielseitigkeit eurer Menschen, mit denen ihr zusammenlebt. Wenn ihr als Mama und Papa beispielsweise, wenn wir jetzt in so einer Beziehung leben, schon eure Unterschiedlichkeit nicht feiert, sondern als anstrengend empfindet. Wenn ihr eure Unterschiedlichkeit zu Ehestreitereien verkommen lasst, um dann euren Kindern zu erzählen, ihre Individualität ist richtig und wichtig, dann ist das eine Farce. Das läuft ins Leere, weil dann liegen sie am Ende abends im Bett und hören euch beide wieder darüber streiten, dass der andere doch mal ordentlicher werden müsste oder was auch immer. Also setze auch wieder jegliches Thema ein. für manche ist das zu viel Klein-Klein, weil sie sagen, aber warte mal, es gibt doch Menschen, die haben es schwerer als andere. Got it! Gehe ich auch komplett mit, ändert aber nichts an der Tatsache, dass in den eigenen vier Wänden Helden geschmiedet werden, nenne ich das jetzt mal. Und wenn ich die Vielseitigkeit in einer Familie wirklich ehre und die, da geht es Besonderheiten körperlich.
NANÉE: Genau.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Da geht es Besonderheiten charakterlich und da geht es aber auch das ganz Normale: Menschen sind alle unterschiedlich. Lass mal wieder damit klarkommen, dass wir ein bunter Haufen an Individualisten sind. Das würde schon in meiner Wahrnehmung sehr viel Frieden bewirken.
NANÉE: Also ich habe gerade richtig, richtig Gänsehaut, weil es ist ganz genau so, wie du sagst, wenn wir den Fokus immer nur darauf legen, sozusagen was für Probleme, Herausforderungen mein Kind haben könnte. Und wie gesagt, ich setze mich ja insbesondere für Menschen mit CMN ein, aber es ist völlig egal, wie du auf die Welt gekommen bist und was sozusagen deine Herausforderung ist oder was dich unsicher macht. Wenn in deinem direkten Umfeld, wenn die Eltern genau das denken und meine Eltern haben versucht, mich zu schützen, indem sie mir Rollkragen angezogen haben und indem sie mir blickdichte Strumpfhosen angezogen haben. Und es war eine große Unsicherheit. Damals war es noch andere Zeiten. Man wusste gar nicht, was überhaupt CMN ist, kannte man gar noch nicht. Aber so bin ich aufgewachsen. Und deswegen, in Anführungsstrichen, war ich Opfer. ich habe gestern auch ein ganz, ganz spannendes Interview dazu geführt.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Mhm.
NANÉE: Hätte ich rückblickend sozusagen euch schon gekannt, wäre ich bestimmt schon anders damit umgegangen. irgendwie das Ganze Wissen, das ich heute habe. Ich meine, da komme ich direkt zu der Frage, warum mobben manche Kinder andere Kinder? Oder was ist da der, also gibt es da so eine Art Auslöser, warum manche Kinder gemobbt werden oder manche nicht? Bestimmte Verhaltensweisen oder?
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Willst du erst oder? Also ich hätte einen spannenden Ansatz, was wir ja auch viel erfahren ist dieses, wenn Eltern manchmal sagen, mein Kind hat ja schon ein Training gemacht zur Persönlichkeitsentwicklung oder ich habe mein Kind ja schon gestärkt, dann ist das ja nicht mit einem Training gemacht. Ich stelle mir dann immer vor, Kinder. dürfen so viele Dinge lernen wie eine Sprache, Unterrichtsfächer, Mathematik, Deutsch. Überall sollen sie üben, üben, üben, üben. Das ist ganz wichtig, dass sie üben, üben, üben, damit sie besser werden. Aber wenn es die Themen wie Selbstliebe, Selbstwirksamkeit, Persönlichkeitsentwicklung geht, deine eigene innere Stärke, dann hört das so mit einem Training auf. Dann sagt man so: Haben wir einmal trainiert, jetzt ist fertig. Und ich meine, ist ja, wir haben ja eben da angesetzt, dass wir gesagt haben, jeder kommt mit der unterschiedlichen Veranlagung auch auf die Welt und Viele Menschen, die jetzt auch mit so einer, ich sage immer, Besonderheit auf die Welt gekommen sind, ob das jetzt ein kreisrunder Haarausfall ist oder so, ich hatte auch ganz schlimme Neurodermites, also hatte eine ganz schlimme Hautkrankheit, als ich ein Kind war auch und dann bis zu meinem 14. Lebensjahr und bin auch gemobbt worden und liegen immer überall Schuppen und dann hieß es immer so, dein Milchbart, schmier den mal weg und so und du bist eklig und ich will dich nicht anfassen. Nur wir sind da ja im Trainingsmodus. Das möchte ich sagen, wir verstehen ja jetzt erst vieles. Wir haben uns sehr gemeinsam als Gesellschaft auch entwickelt. Jetzt haben wir ganz viele Erfahrungen dazu gemacht. Jetzt dürfen wir sie reflektieren. Jetzt dürfen wir es aber auch immer und immer wieder üben. Und das ist je nachdem, welches Kind mit welcher Veranlagung ja auch dann vor dir steht. Mein Sohnemann, der muss das zum Beispiel ganz doll üben. Also da kann ich vor kurzem habe ich einen Song gesungen. "Männer sind Schweine" Da ist er weggelaufen, hat geweint und war total getroffen. Also dieser gefühlte Prozess. Ich bin kein Schwein. Das habe ich auch nicht gesagt. Du bist auch kein Mann, habe ich zu ihm gesagt. hat aber gesagt... ... Dann hat er aber gesagt, ja, aber ich werde ja ein Mann. Dann habe gesagt, guck mal, was da in diesem Kopf los ist. Also wenn man sich mal vorstellt, sitzt mein... eigener Sohn vor mir, singe das Lied "Männer sind Schweine" und er rennt weg und ist zutiefst getroffen wirklich, weil er sich als Schwein definiert gefühlt hat. Dann ist er aber mein Mann und dann könnte er ja ein Schwein sein. Und da reiten ja dann die Gedanken manchmal hin. Und deswegen ist ja unsere unsere Lehre auch die, dass wir sagen, du kannst aber lernen, deine Gedanken zu steuern und du kannst lernen, auch genau zu gucken, wo willst du jetzt.
NANÉE: Wahnsinn
Daniel Duddek & Jana Dibbern: die Energie draufsetzen, wie willst du dich dabei fühlen, welches Ziel willst du für dich erreichen und wie willst du dabei denken und welche Bilder brauchst du auch dafür, erstmal immer positiv mit dir selber auch umzugehen und wirklich zu trainieren, den Fokuskreislauf auch so zu halten, gedanklich, dass du perfekt bist, so wie du bist. Also jeder ist auf die Welt gekommen und oft sind es ja auch die Dinge, deswegen: Grüße gehen raus an unsere liebe Yvonne M., die ja auch eine Headcoachin bei uns ist und auch eine eigene Ausbildung hat. eine ganz tolle Ausbildung, die IntoSense Ausbildung, die das Wort Schwachstärke in unserer Umgebung gebracht hat und glaube ich sogar auch mit ihrer Tochter entwickelt hat. das sind Schwachstärken. Am Ende ist es irgendwo eine definierte Schwäche, die andere so sehen. Aber wenn ich verstehe, dass das die eigentliche Stärke ist, die mir auch mitgegeben ist, dass daraus sich auch ganz viel Persönlichkeit entwickelt und ganz vieles, viel, viel, mehr wird. Dann können wir so richtig mit unseren Schwachstärken auch steil gehen, so könnte man es sagen. Man kann da so viel draus machen und diese Phase dazwischen, das zu erkennen, das anzunehmen, das zu lernen, das zu verstehen und dann sich auch mit all den Eigenschaften, die wir haben, in seiner Stärke zu präsentieren, das ist für mich eine bunte Vielfalt an Menschen und Gesellschaft und miteinander.
NANÉE: Ja.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Die Frage, die du gestellt hast, wieso mobben manche Kinder, ist auch hier wieder letztendlich auch schon wieder die Lösung. Es ist quasi wieder inkludiert gewesen, in dem was Jana gesagt hat, denn man kann seine Gedanken steuern lernen. Man kann sein Verhalten ein Stück weit auch anpassen. Man kann lernen, sich in der Welt zu bewegen. Man kann lernen, ich habe ein Bedürfnis. Das heißt aber nicht, dass ich automatisch Verhalten XY abrufen sollte. Also ich kann ja das Bedürfnis haben, keine Ahnung. das Auto, was du fährst, zu besitzen. Weil ich es aber nicht habe, ist die Lösung nicht, dass ich es dir klaue oder zerkratze. Das Bedürfnis ist korrekt, aber das Verhalten ist möglicherweise fragwürdig. Und exakt das passiert dann auch wieder, weil Menschen leider nicht gelernt haben, ihre Gedanken zu steuern, sie genau in diesen Bereichen teils aber auch weder von zu Hause noch vom Schulsystem etc. begleitet werden.
NANÉE: Mh.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Und damit bitte richtig verstehen. Ich will damit nicht sagen, dass Menschen ihre Kinder nicht richtig begleiten. Das ist überhaupt nicht die Aussage dahinter, sondern diese ganzen Themen Lebenskompetenzen, Resilienz, das sind nun mal Dinge, die sind nicht jedem, ich nenne es mal, in die Wiege gelegt. Was übrigens auch nicht schlimm ist, es ist auch nicht jedem in die Wiege gelegt, Mathematikprofessur zu erreichen. Mir zum Beispiel ist das nicht in die Wiege gelegt. Dafür bin ich in Bereichen wie Resilienz sehr gut. Und ich glaube, wir dürfen wieder als Gesellschaft da hinkommen, dass wir voneinander lernen. Ich kann von jemandem, der in Mathe sehr gut ist, lernen, Mathe zu beherrschen. Ich kann von jemandem, der zum Beispiel Herausforderungen im Leben bewältigt hat und daraus ein Konzept entwickelt hat, lernen, das zu meistern. Und wir müssten, glaube ich, Kindern helfen, ihre Gedanken ein Stück weit wieder mehr nicht zu kontrollieren, zu steuern. Denn warum mobben manche Kinder andere? Sie erhoffen sich einen Vorteil daraus. Und dieser Vorteil ist nicht wie es manche sagen, das Böse, die Inkarnation der Dunkelheit, des Teufels oder was auch immer in der Welt. Sondern es ist einfach nur, ich habe nicht gelernt, meine Bedürfnisse auf eine Weise zu stillen, die sozial verträglich sind. Hat mir leider niemand beigebracht. Ist halt nun mal auch in einer Gesellschaft, in der wir leben, mittlerweile auch gang und gäbe, dass wir mit Menschen nicht sehr gut umgehen. Also ich meine jetzt nicht Kinder, sondern Erwachsene. Was lernen also Kinder?
NANÉE: Mh.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: So geht man mit anderen Menschen um. Und da muss man sich ja nicht wundern, dass Kinder irgendwann mal für sich erkannt haben, sich über andere zu stellen, Menschen auszuschließen, die nicht so sind, wie man selber gerne hätte. Nehmen wir mal das Thema, was ja dann auch dich betrifft. Du hattest den Rollkragenpullover an. So. Damit solltest du ja, so deutlich das geschützt werden, das soll nicht auffallen, dann hast du keine Probleme.
NANÉE: Ganz genau.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Gleichzeitig steht ja aber auch die Angst dahinter, dass du ausgeschlossen werden könntest, weil du in Anführungsstrichen anders bist. Und gleichzeitig wünschen wir uns das für viele Menschen nicht, dass sie ausgeschlossen werden. Und das meinte ich vorhin, schließen dann aber hinter den verschlossenen Türen unserer eigenen vier Wände Menschen aus. Wir sagen Kindern, du hast dich nicht benommen am Essenstisch, geh raus. Ja gut, das ist halt ein Ausschluss. Das kann man jetzt schön finden oder nicht, aber das ist ja so. Ich grenze dich aus. Wir reden am Tisch darüber, dass Menschen, zum Beispiel dieser Herkunft sind oder dieser politischen Richtung her sind oder diese Hobbys haben, dass die schlechtere Menschen sind. Das passiert ja nonstop. Wir bewerten in dieser Gesellschaft ja wirklich alles und jeden von vorne bis hinten. Und gleichzeitig setzen wir uns aber irgendwie, das ist für mich so ein Stück weit echt, das ist unlogisch. Wir können nicht für Vielfalt einstehen, wenn aber sozusagen unser eigenes Weltbild an den Rand kommt, dann fangen wir an auszugrenzen. Und das funktioniert in meiner Welt einfach nicht. Und die Antwort, warum Kinder mobben, ist, ich glaube, sie haben sehr, sehr viele Vorbilder in dieser Welt, man nennt sie Erwachsene, die ihnen sehr präzise und in einer gnadenlosen Intensität zeigen, wie das funktioniert.
NANÉE: Das stimmt.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Und Kinder machen es einfach nur nach.
NANÉE: Ja, naja. Ich muss gerade an sozusagen an einen, an ein Reel, ein Video von dir denken, was ich mal gesehen habe. Und da hast du von Gedankenpüpsen gesprochen. Erzähl doch nochmal ganz kurz, was ist denn so ein Gedankenpubs und warum ist der so wichtig?
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Ja. Ja, ein Gedankenpups ist, das habe ich für die Kinder mal entwickelt, weil wir probieren ja in unserer Arbeit sehr kindgerecht zu arbeiten und es ist halt einfach so Menschen, wenn sie, so sage ich das den Kindern, wenn sie zu viel essen, zum Beispiel, keine Ahnung, Bohnen und Zwiebeln, was passiert denn dann? Ja, kriegen die Bauchschmerzen. Ja, was haben die denn dann? Ja, dann haben die Blähung. okay, und was passiert, wenn man Blähung hat? Ja, dann pupst man. Dann lachen die sich kaputt. Dann sage ich, okay, das passiert halt. Und jetzt stell dir aber mal vor: Menschen, die tun auch in ihr Gehirn Dinge, die das Gehirn aufblähen lassen. Die gucken auf Instagram oder TikTok irgendwelche Videos, die ihnen nicht guttun. Dann reden die mit Menschen darüber, wie doof alles ist. Dann werden die aber vielleicht auch zu Hause von ihren Eltern wirklich teilweise echt heftig behandelt. Und da kommt ganz viel so ins Gehirn rein, was das auch so aufblähen lässt. Dann ist das Gehirn sozusagen voll. Das Gehirn hat Blähungen. Was muss dann passieren? Ja, dann muss das Gehirn pupsen. Ja, genau. Und das funktioniert dann leider manchmal. Naja, Womit du es gefüttert hast, das kommt auch wieder raus. Und wenn du die ganze Zeit so Dinge wie, warum das Leben so doof ist, wieso alle anderen Menschen Idioten sind und so weiter reintust, dann kommt das auch aus dir raus. Und dann sagst du zu jemandem: "Du bist voll schlecht." Vielleicht wurde dein Gehirn aber auch genau damit gefüttert und diesem Menschen wurde eingeredet, er ist schlecht. Das heißt, er hat in sein Gehirn bekommen, dass er schlecht ist, weniger wert oder nichts nutzt. Das bläht das Gehirn auf. Das was drin ist, kommt ja aber auch wieder raus. Und das, liebe Kinder, ist dann ein Gedankenfurz. Die Frage, die ich aber habe, wenn jemand neben euch pupst, was macht ihr denn dann? Geht ihr noch mal näher dran, atmet es ein und sagt: "Hmmm!"? Oder geht ihr weg? Und ja, sorry für das Bild. Oder würdet ihr ein Stück weit auf Entfernung gehen und sagen, naja, also der Pups hat ja nichts mit mir zu tun, aber ich muss ihn jetzt auch nicht noch, ich sag's jetzt mal ein bisschen erwachsenenlastig, ich muss ihn jetzt nicht auch noch konsumieren.
NANÉE: Lecker!
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Und genau darum geht es. Natürlich, Menschen haben, also in jedem Täter steckt ein Opfer und in jedem Opfer teilweise auch ein Täter. Und hier gibt es auch noch, wenn wir jetzt weiter reingehen, es gibt auch immer nur vermeintliche Täter und vermeintliche Opfer, weil du kannst es nicht so klassifizieren. Und das Kind, was auf dem Schulhof andere mobbt und nicht weiß, wie es anders an seine Bedürfnisstellung kommen kann, ist möglicherweise in einem anderen Lebensbereich gerade das Opfer. und daher zu sagen, die Täter müssen alle bestraft werden und die Opfer müssen geschützt werden, dann stelle ich manchmal die Frage, und was machen wir, wenn ein und dieselbe Person beides ist? Bestrafen oder schützen? Und dann merkst du, dieses ganze Konzept mit der Täterbestrafung kommt einfach komplett an die Grenze, weil man merkt, ja Mist, also okay, von acht bis zwölf bestrafen, weil Täter, ach, warte mal, dann ist er zu Hause und dann ist das, ja dann schützen. Ja, funktioniert ja nicht. Also wir müssen weg von ...
NANÉE: Mmh. Ja. Ja.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Täter, Opfer, Mitläufer, müssen hinzu: Das sind Menschen, die wissen manchmal nicht, wie man miteinander umgeht. Würden sie es wissen, hätten wir nicht die ganzen Probleme, die wir auf der Welt haben. Haben übrigens auch schon viele Menschen vor uns dreien, die jetzt hier in diesem Podcast sitzen, probiert zu lösen. Ob es war über Religion, ob es war über Coaching, ob es war über Therapie, ob es war über Pädagogik. Es gibt sehr viele Menschen, die sich vehement über die Jahrzehnte dafür eingesetzt haben, dass Menschen besser miteinander umgehen. Und ich glaube, am Ende und... Da wiederhole ich mich heute ein bisschen, aber es ist mir wichtig, beginnt es in den vier Wänden zu Hause. Wie du, genau, bei dir selbst, mit der Person, mit der du morgens aufwachst, das bist meistens du selbst. Und danach guckst du nach rechts und links und bist im besten Fall zufrieden mit dem, was dann neben dir liegt. Diese Personen, die sind sehr entscheidend für... Alles was passiert, denn euer Wertekonstrukt in der Familie, haben wir auch in unserem neuen Buch "Familienglück ist kein Zufall", so viel drüber geschrieben. Das Wertekonstrukt, was ihr zu Hause habt, die Art, wie ihr mit euren Kindern und euch umgeht, wie ihr die Familie erweitert seht, wie ihr letztendlich das, was uns früher mal als Gesellschaft ausgezeichnet hat: Familien. Wir waren eine Zusammenkunft von Familien, die solidarisch im besten Fall auch mit anderen Menschen in der Nachbarschaft umgegangen sind. Und wir sind irgendwann davon verrückt zu diesem
NANÉE: Genau.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Und ich bin nicht gegen Individualismus, sondern bin ein großer Freund von Individualismus. Na, ihr wisst, was ich sagen möchte. Aber starke Individuen müssen sich immer wieder zu einem starken Wir finden. Und dieses Wir ist irgendwie, in meiner Wahrnehmung, irgendwann auf der Strecke geblieben. Wir sind Individualisten ohne Ende. Was schön ist, ich bin ein Freund davon. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass alle Individualisten auch nur dann stark sind, wenn sie in einer Gemeinschaft als Wir zusammenkommen.
NANÉE: Mmh.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Und dazu zählt, dass wir wieder lernen müssen, wie man miteinander umgeht. Dass man Andersartigkeit nicht als Angriff, sondern als eine Erweiterung des eigenen Spektrums sieht. Dass man nicht sagt, dieser Mensch ist beispielsweise Rollstuhlfahrer. deswegen, keine Ahnung, darf er nicht am Gesell... Ich kann mir noch nicht mal vorstellen, dass man überhaupt so denken kann. Aber ich weiß, man kann so denken. Und diese Menschen, die so denken, darf ich jetzt aber nicht verurteilen, sondern ich muss ihnen helfen zu erkennen,
NANÉE: Und
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Das Leben ist zu schön, um sich da zu befinden. Also kommt doch mal zusammen, Leute. Es ist so viel bunter. Ob Rollschuh oder Rollstuhl. Beides einfach rollen und gleiten. Würde die Bewegung jetzt sagen. Beide sind der gleiche Bewegungsbereich. Ich wollte noch eine Sache.
NANÉE: Das stimmt. Ist so viel bunter, wenn es vielfältig ist. Siehst du!
Daniel Duddek & Jana Dibbern: dazu sagen, weil das jetzt so schön passt. habe ja auch sieben Jahre in der Lebenshilfe gearbeitet und genau von diesen Menschen nämlich gelernt, wo die besonderen Eigenschaften und Fähigkeiten sind und konnte irgendwann für mich selber eine Behinderung nicht mehr als Behinderung sehen, wo wir da ja auch ganz lustige Diskussionen zu haben. Manchmal sagt Daniel zu mir in besonderen frauenspezifischen Phasen, du bist behindert. Dann sage ich immer, will ich mich jetzt aufregen oder nicht? Der mobbt mich ja so gesehen auch, wenn ich mich jetzt gemobbt fühlen würde. Man kann dann aber dann manchmal auch genau hinkommen - der Gentleman schweigt jetzt einfach - Man kann dann aber an der Stelle sehr gut erkennen für mich immer: Stimmt irgendwas behindert mich gerade. Bin ich irgendwo blockiert oder wo ist das? Und dann geht man da rein und kann das so toll für sich auch auflösen. Und wenn man das jetzt wieder auf die Lebenshilfe überträgt, man, ich, habe mit diesen Menschen gearbeitet und konnte sie irgendwann nicht mehr als behindert sehen für mich, sondern als einfach
NANÉE: Ich hab' ... Besser ist, glaub ich.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: auch da, wie ich es so eingeschrieben habe, das magisch, ganz besondere Fähigkeiten, ganz andere menschliche Verbindungen und je genauer man da hinguckt in unserer Gesellschaft, haben wir das sehr wenig nur. Das ist sehr, sehr, sehr isoliert. Also die Menschen sind isoliert. gehen in ihre eigenen, die haben ihre eigenen Lebenshilfen, die haben ihre eigenen Freizeiten. Und dann denke ich mir immer so schade, da geht so viel Vielfalt verloren, weil Menschen untereinander, miteinander können so viel
NANÉE: Mhm, das stimmt. Ja, definitiv.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: lernen und so einfach so eine tolle Zeit zusammen haben und so viel auch voneinander miteinander lernen. Jetzt ist aber unser gesellschaftliches System oder was das für eine Zielverknüpfung ist, da wollen wir jetzt nicht drauf eingehen, weil das würde jetzt den Rahmen sprengen. Nur ich möchte trotzdem noch eine ganz spannende Theorie mit reinbringen, die ich gerade im Laufe unseres Gesprächs entwickelt habe, wo ich mir nämlich gedacht habe, wenn Kinder vielleicht doch die Schlaueren sind von uns allen, weil die das ja in sich haben, dann ist das ja super besonders, wenn sie auf eine besondere Ich sag mal Eigenschaft, erstmal mit Unsicherheit reagieren. Also das ist ja erstmal nur so, ich hab was gesehen, was ist das? Ich muss mir das jetzt irgendwie erklären. Und dann fallen einem irgendwelche Wörter ein und so. Und dann testen sie das. Wenn jetzt derjenige dahinter für sich diese Magie verstehen würde, die Kinder sind untereinander, die, die sich testen, die Stärke zu erkennen. Die wollen ja gar nicht, die Absicht dahinter ist ja gar nicht die, dass sie denjenigen damit zerstören möchten. Das glaube ich nicht. Das ist bei Kindern nicht so. Das ist eher so, gehe erst mal damit um und dann sage ich was und dann ist ja die Frage, welchen Reiz und welches Reaktion kriegt das Ganze jetzt? Und wenn jemand anderes plötzlich neben mir lacht, dann ist gar nicht derjenige, also ich wollte gar nicht mobben, aber ich bin erst mal über diese Aufmerksamkeit, die ich da bekomme, diese Bühne, die ich da gekriegt habe, dass jemand lacht, wenn ich was über jemanden sage, das stillt mich erst mal. Da bin ich mit zufrieden.
NANÉE: Mmh.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Und schon ist man gar nicht mehr bei der eigentlichen Sache. Da passiert was, da passiert was, da passiert was. Aber derjenige, der diese Herausforderung hat, der wird eigentlich immer nur wieder darauf aufmerksam gemacht, wo seine Stärke liegt und was er da drin auch erkennen kann und wann er wirklich diese Stabilität dann hat zu sagen, ich will das nicht mehr in mein Herz lassen, sondern ich will es an mir abprallen lassen und will dann für mich erkennen, ich darf wirklich aber auch dahinschauen, weil irgendwas Besonderes hat es immer. wenn man auf einmal auch rausgezogen wird als Opfer in Anführungsstrichen. Was kann ich aber auch nicht erklären, aber diese Magie ist da trotzdem drin und dieses...
NANÉE: Ja.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Es ist mehr als einfach nur der eine Gemobbte oder das eine Wort. Das ist einfach wirklich manchmal ist es ein ganzes gesellschaftliches Gefügekonstrukt, eine ganze Klasse. Da hat sich dann was entwickelt. Da sind in Dynamiken drin. Und wenn wir in den Schulen sind und den Kindern was vormachen, dann machen wir auch manchmal mittlerweile den Gag, dass wir uns hinsetzen, sitzen wir nebeneinander und spielen die Erwachsenen. Und das ist ja auch ein Video von Jana Dibbern zum Beispiel geht gerade viral. Dann habe ich da eine zerschnittene Hose und einen Pulli an. Da ist so ein Riesenaufdruck drauf und die Leute zerf- fetzen sich das Maul darüber, wirklich mit, wie sieht die aus und das kann sich nicht mal richtig anziehen und das ist total und die soll Kinder stärken und dann sitzen wir beide immer zusammen und denken und so und was ist jetzt getan für die Kinder und was hat sich jetzt verändert? Es ist doch nur ein Erwachsener mehr, der jetzt gerade sein Handy nimmt und innerhalb des virtuellen Netzes genau das Gleiche macht, was wir aber eigentlich endlich beenden wollen und trotzdem wird es nicht aufhören so schnell. Es wird einfach Ich glaube tatsächlich, dass da was drinsteckt, wo die Menschen das auch so bisschen als Gedankenpups für sich nutzen, sich einfach zu reinigen. So mit all den Dingen, die man so drauf hat oder mit der Überforderung, die man dann im Hirn hat oder dieser Unsicherheit noch, weil man mit was ganz Eigenartigem, Neuen, ganz, ganz, ganz Verrückten konfrontiert ist. Also ich glaube jede Form von Behinderung oder optische Erscheinung in einer ja auch schönen Erscheinung. Das ist ja was ganz besonderes, man da manchmal hat. Führt Menschen trotzdem dazu, dass sie erstmal einen Gedankenpups daraus machen. Da müssen sie sich erstmal verarbeiten.
NANÉE: Wir kommen jetzt langsam aber sicher schon zum Ende unserer Podcast. Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. Aber ich fand das ganz spannend, was du gerade gesagt hast, Jana, nämlich dass man das, wenn Kinder dann aufeinandertreffen, dass sie eigentlich gar nichts Böses voneinander wollen. Ja, vielleicht sagen sie manchmal auch irgendwie was Doofes. Aber ich habe gerade so das Gefühl gehabt, ja, das ist so ein bisschen so, als würden sie sich erst aneinander reiben, den anderen mal zu testen. Wer ist das überhaupt? wie gesettelt ist er in sich, ist der cool genug, dass ich mit ihm spielen kann. Oder so.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Und darüber hinaus, da habe ich gerade darüber nachgedacht, als Jana geredet hatte, dass ich glaube, Menschen dürfen wieder lernen, Kontext zu begreifen. Jana und ich haben da sehr oft auch Diskussionen zu. Dinge verändern sich je nach Kontext. Jana hatte das Beispiel gerade gebracht. Wir beide haben eine sehr rohe Sprache miteinander. Jana kommt vom Fußballplatz, ich war dann später so in der Hip-Hop-Welt drin und man redet auf eine Weise miteinander, die würde ich persönlich jetzt niemandem empfehlen. Weil, und ich würde jetzt zum Beispiel auch nicht mit Mitarbeitern oder mit Leuten, die ich nicht kenne, so reden, weil ich weiß, der Kontext lässt das nicht zu. Und das ist, was ich meinte, Menschen fehlen die grundlegenden Lebenskompetenzen, nämlich zu erkennen, Okay, warte mal. Vor mir sitzt jemand, der z.B., der wünscht sich von mir, dass ich ihn als was auch immer identifiziere. Dann würde ich sagen, das respektiere ich. In diesem individuellen Fall natürlich gerne. Du sitzt jetzt direkt vor mir. Ich werde jetzt aber nicht mein ganzes Leben umkrempeln, weil das sehe ich nicht. Aber trotzdem respektiere ich dich individuell. Und jetzt weiß ich zum Beispiel, du bist mit mir im Raum. Du bist vielleicht ein Stück weit, oder nehmen wir mal ein anderes Beispiel, sensibler.
NANÉE: Mhm.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Dann werde ich meine Kommunikation dran anpassen. Ich bin doch sozial intelligent genug, zu wissen, hier haue ich jetzt nicht die Dinge raus, die ich vielleicht mit Jana unter vier Augen als zwei Menschen, die sehr stabil sind und die sagen lieber ein offenes Wort, was über die Stränge schlägt, als drumrum zu labern. Und trotzdem, und ich glaube, auch das fehlt manchen Menschen, Sie sehen vielleicht sogar zu Hause Mama und Papa, die reden rough miteinander. Oder in der Schule sind ein paar Jungs, die reden rough miteinander. Oder Mädels, ist ja jetzt egal. Und das ist in dem Kontext gar nicht falsch. Jetzt kommen aber Menschen, Erwachsene, sagen, ihr dürft so nicht miteinander reden. Nein, nein. Wenn doch für alle in diesem Kontext das Spiel klar ist, dann redet doch so miteinander. Das ist ja auch wieder dieses Bewerten, das ist falsch. Du gehörst dich nicht so. Eigentlich sagen wir da auch schon wieder, weil es meiner Moral nicht entspricht, ist der Mensch falsch. Nein, lass die doch in diesem Kontext einfach mal so sein, wie sie sind.
NANÉE: Mhm.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Jana und ich reden miteinander, wie wir reden. Trotzdem müssen wir beide aber auch die Intelligenz besitzen, dass die Art und Weise nicht überall geht. Und ein Kind, was zu Hause lernt, da wird Roh miteinander geredet, geht in die Schule und macht das einfach nur nach. Es meint es nicht böse, aber es hat es ja nicht anders gelernt. Und auch hier gilt wieder, wenn wir Kinder dabei begleiten zu Hause, hey, für uns als Familie gelten diese Regeln. Die haben wir aufgestellt. Das ist unser Wertekonstrukt. Und für uns ist das alles cool, das sagen wir auch unseren Kindern häufig. Wir haben ja vier im Patchwork-Konstrukt. Hey, wenn ihr nach Hause kommt und ihr habt in der Schule gerade Schimpfwörter gelernt und ihr beleidigt gerade uns als Eltern, dann wissen wir genau, was ihr tut. Ihr verarbeitet ein schulisches Erlebnis. Alles gut. Das ist wichtig für euch. Aber sobald wir diese Tür hier verlassen, gelten wieder andere Spielregeln. Neuer Kontext. Und das vielleicht auch noch so als einen Punkt, der mir wichtig wäre.
NANÉE: Hmm.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Menschen dürfen wieder lernen, dass nicht alles zu jeder Zeit immer richtig oder immer falsch ist. Der Kontext bestimmt so ein bisschen. ich muss wieder anfangen Menschen, Empathie ist es eigentlich. Ich muss wissen, wie weit kann ich gehen und wo ist eine Grenze? Und das wieder mal zu spüren, ist eine große Aufgabe von uns als Gesamtgesellschaft. Resilienz auf der einen Seite, also psychische Stabilität und gleichzeitig aber auch Empathie. Und die
NANÉE: Na ja.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Das Mitfühlende. Weil wenn ich immer nur bei mir bin, resilient und stabil, dann kann ich dazu neigen, komplett gefühllos zu werden. Wenn ich aber immer nur empathisch bin, kann ich möglicherweise verkennen, dass Menschen aber auch Fähigkeiten haben, über ihren Tellerrand zu schauen. Und deswegen Resilienz und Empathie beides zu fördern und dann noch noch im richtigen Kontext passend einzusetzen, ist eine große Lebenskompetenz. Aber sie ist es wert, gelernt zu werden.
NANÉE: Definitiv. Definitiv. Und du hast gerade so schön gesagt, gefördert zu werden. Wenn man mehr über euch erfahren würde oder überhaupt, gibt es etwas, habt ihr gerade, was weiß ich, ein Seminar, ein Buch, gibt es irgendwas, wo man mehr erfahren kann, mehr lernen kann, sich zu stärken, seine Kinder zu stärken? Ach gucke mal, als hätte ich es gewusst.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Dann empfehlen wir natürlich auf jeden Fall einmal dieses Buch hier, "Familienglück ist kein Zufall - Gemeinsam jedes Lebenskapitel meistern". Hier geht es genau darum, dass wir innerhalb der Familie den Grundstein für alles legen. Es geht darum, dass wir gemeinsam die Unterschiedlichkeit in der Familie ehren und ja als Familie weniger streiten und mehr zusammenhalten. So und es richtet sich an dieser Stelle wirklich an Familien, die wissen, dass es keinen Ersatz für das gibt, was in diesen Jahren zu Hause gelehrt wird. Und die das super ernst nehmen und dabei aber gleichzeitig auch sagen: Ich mach das nicht nur für meine Familie, sondern ich mach es auch ein Stück weit für mich, damit ich es ein bisschen leichter habe, damit ich ein bisschen mehr Harmonie habe, damit ich wieder ein bisschen mehr in meine Kraft komme. Weil viele Familien, viele Eltern sind, gehen... auf Zähnen, wie sagt man das glaube ich, gehen auf dem Zahnfleisch, genau danke. Und hier wollen wir neben dem altruistischen "Jedem soll es gut gehen", auch ein bisschen dabei helfen, dass Eltern wieder in ihre Kraft kommen, weil starke Eltern sorgen für starke Kinder. Genau. Und ja, "Stark auch ohne Muckis" - Das Ausbildungsinstitut. Hier bieten wir letztendlich verschiedenste Ausbildungen an, die dazu führen, dass man sich ein zweites Standbein mit einer sinnstiftenden Tätigkeit aufbauen kann, indem man Kinder stärkt. In Kitas.
NANÉE: Zahnfleisch für starke Kinder. Ganz genau.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: in Schulen, in Coachings, in Beratungen, in eigenen Räumlichkeiten, die man eröffnet. Die Bandbreite ist riesig. Wenn du aber den Ruf spürst, dass Kinder nicht nur in unseren Lippenbekenntnissen das Wichtigste sind, was wir haben, und wenn du erkennst, dass die Politik das Rad nicht plötzlich von alleine rumreißen wird, weil das hat sie jahrelang nicht gemacht und wird sie wahrscheinlich auch die nächsten Jahre nicht machen, dann braucht es mutige Menschen, die dem Ruf folgen, privat, wirtschaftlich, als selbständige Dienstleister Kinder zu stärken. Und da sind wir das Ausbildungsinstitut deines Vertrauens. www.starkauchohnemuckis.de
NANÉE: Perfekt und all das werde ich natürlich auch genau in den Show Notes verlinken, sodass man direkt natürlich sofort mit einem Klick zu euch kommen kann. Das habe ich mir gedacht.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Das gefällt mir. Denn es braucht tatsächlich noch sehr viele Menschen, die diesen Weg gehen. Sehr viele. Ja.
NANÉE: Ach, naja, genau. Wir kommen jetzt wirklich unglaublicherweise schon zum Ende. Und ich habe am Ende immer eine Lieblingskategorie, also meine Lieblingskategorie. Das ist meine Kategorie "Kurz und knackig". Und da lese ich Satzanfänge vor und ihr vollendet sie. Ich würde sagen, wir machen das einfach nacheinander. Ladies first, das heißt Jana darf sozusagen immer anfangen und dann genau. Der erste
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Hahaha Vielen Dank. Auf geht's!
NANÉE: Der dümmste, blödeste Spruch, der mir im Leben begegnet ist, ist...
Daniel Duddek & Jana Dibbern: "McDonald's hat angerufen, deine Mutter steckt in der Rutsche." Okay. Das kam wirklich, der kam eiskalt aus dem Hinterhalt. Bei mir, dann pass auf, ich mache da noch einen, der weniger witzig, sondern eher ernst ist: "Bleib so wie du bist."
NANÉE: Das war unerwartet. Ach ja, der ist auch schön, weil, Gott, wenn ich jetzt bedenken würde, ich wäre noch so wie vor 20 Jahren oder 30 Jahren, da würde ich immer noch in einem Rollkragen rumsitzen. Der nächste Satz ist: Von anderen Menschen wünsche ich mir: Jana.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: dass sie es schaffen, bei sich zu bleiben und ja, dass sie es schaffen, bei sich zu bleiben und für sich auch die Dinge zu machen.
NANÉE: Mhm. Daniel?
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Ähm, doof gesprochen, ich wünsche mir nichts von anderen Menschen, weil ich mir denke, ist ja nicht meine Aufgabe, mir was von ihnen zu wünschen. Wenn wir aber mal so richtig Striptease machen, was ich mir von Menschen wünschen würde, ist, dass sie weniger labern und einfach mal mehr anpacken, dann würde es uns allen in dieser Gesellschaft besser gehen, weil wir haben so viele Laberköpfe da draußen, die sagen, wir müssten, wir sollten, wir könnten und bald mache ich... Und es ist bald so weiter. ich weiß, das ist ein Stück weit übergriffig. Deswegen wollte ich erst gar nicht antworten. Aber wenn wir schon mal richtig offen hier reden, was wünsche ich mir von anderen Menschen, dann, dass sie einfach machen. Nicht immer darauf warten, dass jemand anders die Dinge anpackt. Mach halt selber. Ärmel hochkrempeln und anpacken und machen. Hört keiner zu. Nee, das ist so. Also das merke ich immer wieder. Das triggert mich wirklich.
NANÉE: Bis zum nächsten Mal. Daniel, wir sind unter uns.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Weil so viele Menschen sagen, wir müssten und die Politik müsste und alle müssten, ja, mach einfach.
NANÉE: Der letzte Satz, Jana: "Ich bin stolz..."
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Auf das Buch!
NANÉE: wie schön. Da ist es nochmal. Familienglück ist kein Zufall. Daniel.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Hmm... Auf Kinder, weil würden wir als Erwachsene einfach mal erkennen, was das für Maschinen sind, was die mitbringen, also im positiven Sinne. Dann auch da wieder, dann würden wir genau das sehen, was ich in vorherigen Frage gesagt habe, die machen einfach, die haben Bock auf was und dann machen die. Die reden dann nicht darüber, dass die das mal machen könnten, wollten oder sollten. Die machen. Deswegen bin ich stolz auf Kinder, weil die eigentlich jeden Tag Höchstleistung erbringen. und sie werden von vielen noch nicht mal wahrgenommen.
NANÉE: Das stimmt. Zum Abschluss, ihr Lieben, wenn unsere Zuhörerinnen nur eine einzige Sache aus diesem Gespräch mitnehmen sollten, was sollte das sein?
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Liebt eure Nächsten so wie sie sind, seid selber so wie ihr seid, gebt Menschen den Raum, Individuen zu sein und beginnt damit vor allem mit den engsten Menschen in eurem Umfeld. Prüf also einmal: akzeptiere ich meine Nächsten wirklich wie sie sind oder verlange ich das nur für mich? Und wenn da die Antwort ist, ehrlich gesagt nur für mich, dann fang halt einfach mal an, das auch anderen zu schenken.
NANÉE: Super.
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Ja, ich würde auch noch sagen, das was man mitnehmen kann, betracht auch alles als Bewegung. Wenn man die Bewegung auseinander nimmt, dann lernt man innerhalb der Bewegung sich zu orientieren, sich einen eigenen Rhythmus zu kreieren, seinen Gleichgewicht zu finden. Und ich glaube, wenn man in jedem Thema das Also wenn man das da drauf packt, dass man sich da durchbewegen kann, dann kannst du alles schaffen, weil wir haben das in uns, dass wir uns anpassen können, dass wir uns mit anderen Dingen auch koppeln können, dass wir uns umstellen können. Das ist einfach die Definition von Bewegung. Und ich glaube, wenn wir die in den Kopf übertragen, dann können wir auch da sehr beweglich aus jeder Sache rauskommen oder uns umstellen oder uns neu einstellen und eben die, ja, die Welt als ewige Veränderung und das Leben als ewigen Wechsel betrachten. Wir müssen uns eh immer wieder neu von A nach B bewegen, also lasst uns gemeinsam bewegen.
NANÉE: Was für ein absolut tolles oder absolut tolle Schlussworte. Ganz, ganz herzlichen Dank. Was für eine kraftvolle Folge. Ich hoffe, ihr da draußen habt genauso viel mitgenommen wie ich. Danke an Jana und an Daniel für eure wertvollen Einblicke und für eure Arbeit, mit der ihr so viele Kinder stärkt und Erwachsene stärkt, damit sie Kinder stärken können. Ich weiß es selbst, Mobbing kann tiefe Spuren hinterlassen. Doch das Gute ist, Heute gibt es dieses Wissen und heute können wir es weitergeben. An unsere Kinder, an uns selbst und an jeden, der es braucht. Meine Güte, wenn ich mir vorstelle, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn meine Eltern und ich genau das schon alles vorher gewusst hätten. Ich bin mir sicher, mein Rollkragen wäre schon viel früher in die Ecke geflogen und von den vielen unnötigen OPs, die gemacht worden sind, überhaupt gar nicht zu sprechen. Also, denk daran: Dein Wert wird nicht von anderen bestimmt und Selbstbewusstsein ist lernbar. Du bist genauso richtig, wie du bist. Danke, liebe Jana, liebe Daniel, dass ihr heute da wart. sehr gerne. Wenn euch da draußen diese Folge gefallen hat, dann teilt sie mit Menschen, denen sie helfen könnte. Mit Eltern, Lehrern, Freunden oder jedem, der gerade mehr Stärke gebrauchen kann. Ich bin NANÉE und das war "HAUT COUTURE - ICH BIN ICH und das ist gut so". Bis zur nächsten Folge und lasst uns gemeinsam stark sein. Auch ohne
Daniel Duddek & Jana Dibbern: Danke dir. Danke.
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